Wolfsjägers letzter Ritt

Das Festival «Kissinger Sommer» feiert 30-jähriges Jubiläum und wechselt die künstlerische Leitung aus

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Einer der schönsten Konzertsäle des alten Europa liegt die längste Zeit des Jahres im Dornröschenschlaf. Nur vier Wochen im Sommer ist er wach. Dann sind die Türen offen, von der Matinee bis kurz vor Mitternacht geben sich hier bekannte Musiker die Klinke in die Hand, einige kehren auch jedes Jahr wieder. Zum Beispiel Cecilia Bartoli, die eigentlich nur dieses Saales wegen so oft nach Bad Kissingen kommt, ins ehemalige «Zonenrandgebiet», einfach, weil sie sich selbst so gut hören kann in dieser kostbar getäfelten Schatulle aus Kirschbaumholz, mit der traumklaren Akustik.

1913 nach Plänen von Max Littmann erbaut, ist der große Saal, 1200 Plätze, neben dem kleineren, nicht minder schönen Rossini-Saal mit 300 Plätzen, das Herz des Regentenbaus in dem alten Kurort an der fränkischen Saale. Auch kleine Stimmen blühen hier groß auf. Auch große Orchester passen ­fabelhaft ausbalanciert hinein. Dieses Saales wegen, aber wohl auch der politischen Lage halber wurde vor 30 Jahren das Internationale Musikfestival «Kissinger Sommer» gegründet. Die Idee dazu kam aus Bonn, auch ein Teil des Startgeldes sowie die kämpferische Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger.

Denn anfangs war der «Kissinger Sommer» ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Eleonore Büning

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