Wer hat Angst vorm Ruhestand?
Wotan ist in der Dessauer «Walküre» ein Hollywood-Tycoon, der in seiner Firmenzentrale hoch überm nächtlichen Lichtermeer von L. A. den Generationenwechsel vorbereitet. Tochter Brünnhilde aber, von ihrem Stühlchen aus erstmals Regie führend, merkt während der Todesverkündigung, dass die beiden Hauptdarsteller in dem Streifen, den ihr Vater nicht fertig kriegt, nicht nur spielen, sondern sich wirklich lieben. Eigenmächtig ändert sie das Drehbuch. Wotan schreitet in bekannter Weise ein und lässt sich anschließend vom Kameramann den Datenträger aushändigen.
Die in Ungnade gefallene Newcomerin will ihren Schützling Sieglinde bei den Freundinnen auf der Walküren-Party verstecken. Hier amüsieren sich die ausgefallen frisierten Sterne und Sternchen aus dem «Stall» ihres Vaters mit Gogo-Boys (Kostüme: Suse Tobisch). Am Ende kriegt der urkomisch tricksende, seinen altersbedingten Ruhestand immer wieder hinauszögernde Studio-Patriarch doch noch die Kurve. Ulf Paulsen legt nach allerlei gelungenem Jux einen tief bewegenden Abschied auf die Bretter – und Tochter Brünnhilde auf den schicken Art-Nouveau-Tresen, der sich in den aus «Siegfried» (siehe OW 5/2013) bekannten ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Boris Kehrmann
ARD-ALPHA
2.11. – 20.15 Uhr
Im Schatten des Sängers?
Porträt des Klavierbegleiters Helmut Deutsch.
9.11. – 11.00 Uhr (1)
16.11. – 11.00 Uhr (2)
16.11. – 20.15 Uhr (3)
23.11. – 11.00 Uhr (4)
30.11. – 11.00 Uhr (5)
Mariss Jansons dirigiert
1. Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 e-moll, op. 93. 2. Berg und Bruckner. Solist: Gil Shaham, Violine. 3. Brahms: Ein deutsches Requiem....
Dass die neue Saison an der Met überhaupt wie geplant eröffnet werden konnte, ist eine gute Nachricht. Bis kurz vor zwölf drohte der erbitterte Tarifstreit das Haus lahmzulegen (siehe auch Seite 61). Um ein Haar hätte die Neuproduktion von Mozarts «Le nozze di Figaro» abgeblasen werden müssen. Richard Eyre orientiert sich in seiner Inszenierung an Jean Renoirs...
Dass die Ordnung der Dinge ins Wanken und das Leben aus den Fugen geraten kann; dass man sich manchmal neu erfinden muss, ohne einen Schimmer, was dabei herauskommt – solche Erkenntnisse gehören zwischen Dortmund und Duisburg längst zum Alltagswissen. Das ehemalige Kohle- und Stahlrevier, bis in die 1970er-Jahre smogverhangenes und lautstark hämmerndes Herz der...
