Spaniens Mozart

Madrid, Martín y Soler: Il burbero del buon cuore

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Ein reicher Onkel: cholerischer Sonderling, der nach seinen Ausbrüchen regelmäßig in Depressionen verfällt und eigentlich nur für das Schachspiel lebt. Um ihn die Kinder seiner verstorbenen Schwester: Giocondo hat unter Vorspiegelung eines großen Vermögens ein Luxus-Geschöpf geheiratet und in der Schuldenfalle nicht nur das eigene Erbe, sondern auch die Mitgift der minderjährigen Schwester verspekuliert. Bis die Finanzen saniert sind, soll Angelica im Kloster «zwischengeparkt» werden. Ohne Ausstattung nähme sie ja keiner. Doch Angelica will verständlicherweise nicht.

Zudem hat sie bereits ihren Liebsten. Nur lässt man sie nicht zu Wort kommen.
In seinem viel bewunderten Schwanengesang für die Comédie Française kämpfte der aus Venedig vertriebene Carlo Goldoni 1771 für das Recht des Herzens und gegen die überholten Gesetze eines Patriarchats, das Mädchen zu Spekulationsobjekten ihrer Verwandten machte. Als Lorenzo da Ponte «Le bourru bienfaisant» für das Wien-Debüt des siebenunddreißigjährigen Spaniers Vicente Martín y Soler so Goldoni-nah wie möglich in italienische Rezitative, Arien und Ensembles übersetzte, erklärte man ihn für verrückt. Kein Mensch würde über die diffizilen ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Boris Kehrmann

Vergriffen
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