Wunderklänge, Engelszungen

Hans Zenders «Logos-Fragmente»in einem Live-Mitschnitt aus Freiburg

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Sie heißen «Passion», «Maria Magdalena», «Im Anfang», «Wein­stock» oder «Geist». Sie sind durchnummeriert, von I bis IX, doch die Reihenfolge spielt keine Rolle. Sie kreisen um Texte aus dem Johannes-Evangelium und der Apostelgeschichte, um apokryphe Quellen (Thomas-Evangelium) und die «Sprüche der Väter» (Pirqe Avot) aus dem babylonischen Talmud. Sie suchen in einer säkularen, um sich selbst taumelnden Welt zu vermitteln, was die Theologie des ersten und zweiten Jahrhunderts unter dem «Wort Gottes» verstand. In immer neuen Anläufen.

Stürmisch, kontemplativ, plastisch, filigran, mit Wun­der­klängen und Engelszungen. Hat Hans Zender in seinen «Logos-Fragmenten» eine neue «geistliche» Musik skizziert, die sich auf das Offene, Bewegliche, Ungereimte, Unabgeschlossene der alten Gottesvorstellungen besinnt? Gibt er mit diesem Werk-Korpus «für 32 Singstimmen und vier Orchestergruppen» so etwas wie komponierte Antworten auf jene Frage, die er 2007 in einem viel beachteten Vortrag aufwarf: «Spirituelle Musik – Was ist das?»

Von der Notwendigkeit «einer bewussten und neu einübenden Hinwendung zu den Kräften der Konzentration und Betrachtung» hatte Zender da gesprochen, von einer «Musik der ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Albrecht Thiemann

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