Über die Adina hinaus
Zu den Vorzügen der neuen Met-Produktion von «L'elisir d'amore», die nun dankenswerterweise John Copleys Kitschorgie von 1991 ablöst, gehört eines sicher nicht: ein einfühlsames Dirigat. Es scheint der Met einfach nicht gelingen zu wollen, einen wirklichen Belcanto-Spezialisten zu engagieren, und so stand ein weiteres Mal der ehrbare Maurizio Benini am Pult. Er hob allerlei sonderbare Details hervor. Ein Beispiel: die befremdlich laute Horn-«Untermalung» von Nemorinos flehender Arie «Adina, credimi».
Ansonsten verfiel er abwechselnd in rhythmische Müdigkeit (häufig bei der Begleitung der streckenweise allzu freizügig intonierenden Adina) oder in unmotiviert wirkendes Tempomachen, wie im galoppierenden Duett Nemorino/Dulcamara.
In seiner konventionellen, farbig-ansprechenden Inszenierung macht Bartlett Sher – man kennt das von diesem Regisseur – störenden, oft geradezu aktionistisch anmutenden Gebrauch von Statisten und Choristen, lässt etwa Bauern eilig die Kulisse der «Quanto amore»-Szene aufbauen oder Dulcamaras drei Assistenten allerlei unnötige Sperenzchen vollführen. Derweil berühren Nemorino und Adina einander unablässig, so als wären sie kein angehendes, sondern ein bereits ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 52
von David Shengold
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