«...fassen Sie sich kürzer...»

Der Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Alban Berg

Opernwelt - Logo

Beschaut man das (Kunst)Werk und weiß um die Umstände seiner Entstehung, fühlt man sich unweigerlich an jenen berühmten Satz von Albert Camus erinnert, der das Wesen des Exis­tenzialismus in exemplarischer Form idiomatisierte: «Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen», so endet Camus’ maßstabsetzendes Buch «Der Mythos von Sisyphos». Im vorliegenden Fall allerdings ist das Glück der Anstrengung ein geteiltes.

Denn gleich drei Herausgeber – Juliane Brand, Chris­topher Hailey, Andreas Meyer – haben sich in jahrelanger mühevoller Forscherarbeit dem Ziel verschrieben, den Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Alban Berg his­torisch-kritisch zu edieren.
Thomas Ertelt vom Musikwissenschaftlichen Institut in Berlin, der als Gesamtherausgeber der Briefwechsel der Wiener Schule figuriert (als Band eins erschienen die Briefwechsel Zemlinskys mit Schönberg, Webern, Berg und Schre­ker), geht denn auch nicht zu weit, wenn er im Vorwort die Ansicht vertritt, die Publikation dürfe «nicht nur von ihrem Umfang, sondern mehr noch von ihrer Bedeutung her den Anspruch einer Großtat geltend machen». Den selbst gestellten Anspruch erfüllt diese Edition schon aus einem Grund: ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Bilanz, Seite 114
von Jürgen Otten

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Man sieht das Wirkliche»

Herr Harnoncourt, Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Werk Mozarts. Was ist für Sie die größte Herausforderung, wenn Sie sich auf eine neue Produktion wie den «Idomeneo» vorbereiten?
Ich möchte die Grundidee des Komponisten jedes Mal wieder neu finden. Der Grazer «Idomeneo» ist mein dritter Anlauf zu diesem Stück, es gibt kaum eine Oper Mozarts, die ich...

Aus freien Stücken

Aufeinander hören

Henja Semmler (Violine)

Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergene­ration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher...

Uraufführung des Jahres

Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...