Aus freien Stücken
Aufeinander hören
Henja Semmler (Violine)
Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergeneration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher ein größeres, flexibles Kammerorchester, das einmal im Jahr für das Lucerne Festival aufgestockt wird zum großen Symphonieorchester.
Schon die Tatsache, dass es bei uns keine «Orchesterdienste» gibt und wir uns die Projekte aussuchen können, macht einen gewissen Unterschied zu «normalen» Orchestern aus. Es ist uns sehr wichtig, den Enthusiasmus eines Jugendorchesters beizubehalten, gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass wir doch an Professionalität hinzugewonnen haben. Es sind noch sehr viele Mitglieder aus der Gründungsphase dabei, und es ist uns wichtig, die Anfänge in Erinnerung zu behalten. Claudio Abbado war uns immer sehr verbunden. Er hat uns bei der Gründung geholfen, hat viele Projekte mit uns gemacht und ist unser Mentor. Nach wie vor sind wir eines der wenigen Orchester, mit denen er regelmäßig arbeitet. Darüber ...
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Was nützt das Hören mit den Augen in Gedanken? Bilder halten uns beim Erinnern gern zum Narren. Sie verändern sich, die stärkeren überlagern die schwächeren, einige wachsen, pumpen sich auf, andere werden blasser und verschwimmen, und vieles verschwindet ganz. Dabei passiert es gerade bei Opernwerken, die wir besonders oft zu erleben Gelegenheit haben (da ja der...
Zur Premiere von «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe» in Salzburg 2003 hatte der 77-jährige Henze verlauten lassen, dass er keine weitere Oper schreiben werde; vier Jahre später fand die Uraufführung seiner neuen abendfüllenden Oper «Phaedra» in Berlin statt.1 Ist es nicht erfreulich, dass auf jene frühere Aussage des Komponisten kein Verlass war? Mit...
«... und wir Männer ersehen aus diesem Stücke, wie wir durch die Weiber, im günstigsten Falle, zu Grunde gehn.» Mit diesem ironisch-zynischen Resümee beschließt Heinrich Heine in den «Memoiren des Herrn von Schnabelewopski» die Geschichte vom Fliegenden Holländer, die Wagner zu seiner gleichnamigen «Romantischen Oper» inspirierte. Heines wahrlich witziges Paradoxon...
