Kosmetik

Mozart: Le nozze di Figaro New York / The Metropolitan Opera

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Dass die neue Saison an der Met überhaupt wie geplant eröffnet werden konnte, ist eine gute Nachricht. Bis kurz vor zwölf drohte der erbitterte Tarifstreit das Haus lahmzulegen (siehe auch Seite 61). Um ein Haar hätte die Neuproduktion von Mozarts «Le nozze di Figaro» abgeblasen werden müssen. Richard Eyre orientiert sich in seiner Inszenierung an Jean Renoirs Filmklassiker «La ­règle du jeu» aus dem Jahr 1939. Doch offenbar haben sich der Regisseur und seine Ausstatter weniger von Renoirs virtuosem Spiel mit den Figuren als von der glamourösen 1930er-Garderobe ­inspirieren lassen.

Doch alle Histo-Eleganz kann nicht verbergen, dass Eyre Mozarts Personal vorwiegend mit abgegriffenen «Einfällen» auf die Pelle rückt. Da stellt Almaviva schon zur Ouvertüre einer barbusigen Bediensteten nach. Da wird – auch dies mittlerweile ein Regie-Klischee – die Hochzeit im dritten Akt mit der Kamera aufgezeichnet. Was da zwischen Blaublütern und Bürgerherzen hochkocht, Triebstruktur und soziale Konventionen der«Figaro»-Gesellschaft (man denke etwa an das Sujet des ius primae noctis, des Gutsherren «Schenkelrecht») blieben so unterbelichtet wie die meist im Schummerlicht gehaltene Bühne.

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 54
von David Shengold

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