Mesalliancen und ein neuer Impuls
Als es vor sieben Jahren darum ging, für die Salzburger Festspiele einen Nachfolger für den Künstlerischen Direktor Gerard Mortier zu finden, war sich das zuständige Kuratorium einig, dass die von Mortier und seinem Konzert- und Finanzreferenten Hans Landesmann initiierte Modernisierung des Festival-Programms fortgesetzt werden sollte.
Auf diese Übereinstimmung folgte mit der Berufung Peter Ruzickas gleichsam der logische Schritt: Ruzicka ist Komponist und Dirigent, hatte zusammen mit Gerd Albrecht die Hamburgische Staatsoper künstlerisch und finanziell zu einem neuen Höhenflug geführt, außerdem war (und ist) Ruzicka als Nachfolger von Hans Werner Henze seit längerem inspirierender Leiter der Münchener Musiktheater-Biennale.
Für Salzburg schien alles perfekt: der neue Intendant – sowohl Künstler als auch perfekter Organisator – eines großen künstlerischen Apparats. Bald zeichneten sich aber auch Schattenseiten ab. Denn Ruzicka ist andererseits kaum das, was man einen Intendanten-Vater nennt. Seine häufige Abwesenheit an der Salzach, oft noch bis in den sommerlichen Probenbeginn hinein, verstimmte salzburgische Honoratioren, Politiker und schließlich auch das Kuratorium. Als ...
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