Vivaldi und kein Ende
Bei seinem Debüt als Opernkomponist ging Antonio Vivaldi umsichtig vor. Obwohl er bereits Erfahrung als Arienzulieferer für andere Komponisten besaß, wich der 35-Jährige nicht nur von Venedig ins nahe Vicenza aus, sondern suchte sich auch ein Stück von kammerspielhafter Dimension aus: Mit fünf Rollen, ohne Chor ist «Ottone in Villa» die kleinste aller Vivaldi-Opern.
Dennoch ist der «Ottone» weit mehr als ein Versuch: Vivaldis Erfahrung als Instrumentalkomponist schimmert im brillanten Orchestersatz allenthalben durch, und dass die Gesangspartien noch nicht die kühnen Intervallsprünge aufweisen, die bald zu einem Hauptmerkmal von Vivaldis Vokalstil werden sollten, liegt wohl eher daran, dass das kleine Vicenza nicht die allererste Sängergarde aufbieten konnte. Vor allem aber ist der «Ottone» ein Stück, das schon die typische sarkastische Ironie aufweist, die später Stücke wie «La verità in cimento» und «Il Giustino» prägen sollte. Kein Wunder, dass die Geschichte vom Kaiser Ottone, der sich lieber vergnügt, als seinen Amtsgeschäften nachzugehen, und seiner durchtriebenen Mätresse Cleonilla inzwischen zu den erfolgreichsten Vivaldi-Opern der Neuzeit gehört: Das Werk wurde nicht nur ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 16
von Jörg Königsdor
Eine Abschiedssymphonie. Nach und nach erheben sich Choristen und Instrumentalisten von ihren Plätzen am Bühnenrand im Parkett und gehen nach draußen. Dido ist buchstäblich von allen verlassen. Niemand ist im Sterben bei ihr. Die letzte Note der Partitur bleibt in der Luft hängen. Nie war diese abgründige Todesmusik Henry Purcells trauriger, in aller Sanftheit...
Die Titel seiner Bühnenwerke heißen «Leonore 40/45», «Penelope», «Schule der Frauen», «La Forêt», «Freispruch für Medea». Für einen viel beschäftigten Opernintendanten waren es beachtlich viele Werke. Rolf Liebermann war zeitlebens persönlich gut organisiert. Keine Zeitverschwendung. Nur so war es möglich, dass er als Intendant der Hamburgischen Staatsoper und...
Frau Opolais, Sie haben Tatjana in Riga schon in einer früheren «Eugen Onegin»-Inszenierung gesungen. Worin unterscheiden sich die beiden Produktionen?
Der Unterschied liegt vor allem in meinem Gefühl für die Rolle. Die frühere Produktion, die etwa sieben Jahre zurückliegt, war nicht so modern, eigentlich ganz konventionell. Ich war damals fast ganz auf meinen...
