Mit leichter Hand
Die Titel seiner Bühnenwerke heißen «Leonore 40/45», «Penelope», «Schule der Frauen», «La Forêt», «Freispruch für Medea». Für einen viel beschäftigten Opernintendanten waren es beachtlich viele Werke. Rolf Liebermann war zeitlebens persönlich gut organisiert. Keine Zeitverschwendung. Nur so war es möglich, dass er als Intendant der Hamburgischen Staatsoper und danach der Pariser Oper das Niveau sicherte, das man von Häusern dieser Größenordnung erwartet.
Im vergangenen Jahr feierte die Musikwelt Liebermanns hundertsten Geburtstag.
Die Musikwelt? Seit zwölf Jahren ist Rolf Liebermann tot. An den Intendanten Liebermann erinnert man sich immer dann, wenn die Opernhäuser heute das große Jammern anfangen und in die Krise stürzen. Aber der Komponist Liebermann ist daneben doch ungewöhnlich stark in den Hintergrund getreten. Zu Unrecht?
Von einer Liebermann-Welle war an unseren Musiktheatern nicht viel zu bemerken. Da reiste man gern einmal ins ferne Bordeaux. Dort erinnerte die Opéra National de Bordeaux mit einer Aufführung von «L'Ecole des femmes» an den Opernkomponisten Rolf Liebermann – «Dans le cadre de la célebration du centenaire de la naissance de Rolf Liebermann», wie es so schön ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard Rohde
Das spanische Publikum lernte die Opern Leos Janáceks erst relativ spät kennen. Die Erstaufführungen von «Jenufa» und «Katja Kabanova» fanden 1965 bzw. 1973 in Barcelona statt. In beiden Fällen handelte es sich um Gastspiele tschechischer Ensembles. Der frenetische Beifall, den die Zuschauer in Barcelona und Madrid den aufgezeichneten neuen Produktionen dieser...
Die Kriterien für eine «Opera Rara» erfüllt Rossinis 1819 uraufgeführte «Ermione» nur noch sehr bedingt: In mittlerweile drei Aufnahmen ist die «Azione tragica» erhältlich, neben der Pioniereinspielung Claudio Scimones von 1986 zeugen inzwischen auch noch zwei prominent besetzte DVD-Mitschnitte aus Glyndebourne und Pesaro von dem wiedererwachten Interesse an dem...
Opern mit nur einem Akt sind in der Regel beim Publikum nicht sehr beliebt – Ausnahmen («Salome», «Elektra», «Bajazzo» mit «Cavalleria rusticana») bestätigen die Erfahrungen. Und Puccinis «Il trittico» zieht sich oft ziemlich in die Länge, so dass manche Theaterleiter kurzerhand nach der Premiere die «Suor Angelica» in den Fundus verbannen. An der Opéra de Lyon...
