Vom Film her gedacht
Christian Jost zählt zu den erfolgreichsten deutschen Opernkomponisten seiner Generation. Zuletzt war er mit «Die arabische Nacht» nach dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig im Gespräch. Der 48-Jährige setzt sich erfrischend von seinen Altersgenossen ab, indem er sich auf aktuelle Literatur stützt, statt sein Heil in den Tiefen der antiken Mythologie oder jahrhundertealter Dramatik zu suchen (seinen «Hamlet» ausgenommen).
Auch das Libretto seiner jüngsten Oper «Rumor» basiert auf einem zeitgenössischen Text, nämlich dem Roman «Der süße Duft des Todes» des mexikanischen Autors Guillermo Arriaga, der vor allem durch seine Drehbücher für Hollywood-Streifen wie «Babel» oder «21 Gramm» bekannt wurde.
Zur Initialzündung wurde für Jost jedoch der Film «Amores Perros» nach einem Script von Arriaga. Auf der Suche nach einem passenden Opernstoff aus dessen Feder stieß er auf den Roman und destillierte daraus mit dem Einverständnis des Schriftstellers selbst ein Libretto, das Schwerpunkte setzt, die es so im Roman gar nicht gibt.
Der Roman erzählt eine archaisch grausame Geschichte: In einem weit abgelegenen mexikanischen Dorf wird das Mädchen Adela tot aufgefunden. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Regine Müller
Bei aller Düsternis, Schwärze und depressiven Kraft hat der Abend auch etwas von einer Etüde. Er wirkt so, als wolle die Oper sich versuchsweise mit dem sogenannten postdramatischen Theater abgleichen. Als würde Andrea Breth, die nicht nur vom Schauspiel kommt, sondern auch Schauspiel unterrichtet, mal ausprobieren, wie viel man rüberholen kann in die andere...
Impressum
53. Jahrgang Nr. 5
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752243
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.04.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Ein orientalisches Märchen haben Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal nach eigenem Bekunden zur Oper ausgestaltet, als sie mitten im Ersten Weltkrieg «Die Frau ohne Schatten» schufen. In Claus Guths Regie an der Mailänder Scala wird aus dieser poetischen Allegorie à la «Zauberflöte» der reale Alptraum einer leidenden Frau. Schon die resolute, emanzenhaft kecke...
