Pomp & Surprise
Große Stimmen und prunkvolle Ausstattung haben an der Met Tradition. Die Neuproduktion von Puccinis «Il trittico», die zehnte der dreißig (meist unbedeutenden) Uraufführungen an dem New Yorker Haus, stellt alles bislang Dagewesene in den Schatten – selbst Zeffirellis pompöse «Turandot». Der erstmals vom Broadway an die Met engagierte Designer Douglas W.
Schmidt hat für jeden der drei Einakter ein Bühnenbild von kolossalen Dimensionen gebaut: Das proletarische Ambiente in «Il tabarro» mit einer Brücke, die die ganze Bühne überspannt, der gefängnisartige Konvent in «Suor Angelica» und das überladene Schlafzimmer in «Gianni Schicchi» lösten spontanen Szenenapplaus aus. Und als sei es damit nicht genug, beschließen die beiden jungen Liebenden «Gianni Schicchi» in den Boboli Gärten, im Hintergrund leuchtet ein riesiges Florenz-Panorama. Überwältigung statt Poesie. Allerdings versteht es Regisseur Jack O’Brien, ein weiterer Broadway-Veteran, die Handlung sensibel und differenziert zu strukturieren. «Suor Angelica» ist dabei in den dreißiger, «Gianni Schicchi» in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt, doch bleibt dieser Transfer ohne nennenswerte Folgen.
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Ein Einakter ist selten abendfüllend. Zwei kürzere Einakter sind zwar abendfüllend, aber nicht publikumswirksam. Drei kleinere Einakter sind meist zu lang und auch nicht publikumswirksam. Beispiel: Puccinis «Il trittico». Warum das «normale» Opernpublikum Einakter nicht besonders schätzt, bleibt ein Rätsel. Man mag wohl nicht so schnell aus einer Geschichte...
Es ist eine Schlüsselidee des «Don Giovanni»: Die d-moll-Schläge des steinernen Gastes tauchen im Stück erst spät auf, aber sie eröffnen die Ouvertüre. Kraft und Magie des Übernatürlichen bilden ein akustisches Portal zu allem, was folgt. Mozart ist dafür, schon im 19. Jahrhundert, viel gerühmt worden. Nur: Die Idee stammt von Salieri. Die Ouvertüre zu dessen...
Stolze vier Uraufführungen stemmt das Stadttheater Fürth zum 1000-jährigen Stadtjubiläum. Mit der Wirtschaftswunderrevue «Petticoat & Schickedance» gelang ein großer Publikumserfolg, jetzt folgte mit dem zweiten Auftragswerk «Aus der Welt» eine anspruchsvollere Kammeroper, die beifällig aufgenommen wurde. Was zum einen an der gar nicht neutönerischen, sondern...
