Auf der Totenmaske

Fürth, Strübing: Aus der Welt

Opernwelt - Logo

Stolze vier Uraufführungen stemmt das Stadttheater Fürth zum 1000-jährigen Stadtjubiläum. Mit der Wirtschaftswunderrevue «Petticoat & Schickedance» gelang ein großer Publikumserfolg, jetzt folgte mit dem zweiten Auftragswerk «Aus der Welt» eine anspruchsvollere Kammeroper, die beifällig aufgenommen wurde.

Was zum einen an der gar nicht neutönerischen, sondern auffallend eingängigen, stringent durchkomponierten Musik des Operndebütanten Uwe Strübing liegt, zum anderen an der vorzüglichen musikalischen Interpretation durch sechs Gesangssolisten und das fünfzehn Instrumentalisten umfassende Ensemble Kontraste unter Judith Kubitz.
Auch die Inszenierung von Felix Eckerle hat ihre Meriten – aber einen Stolperstein. Auf den ersten Blick wirkt die Totenmaske inmitten des Gevierts von Orches­ter und den drei Tribünenblöcken im Fürther Kultur­forum gelungen. Doch das Bild trägt den gut zweistündigen Abend nicht. Anders als beim «Parsifal»-Film Hans-Jürgen Syberbergs von 1982 schränkt das kleine Maskengebirge das Bewegungsvokabular der Protagonisten spürbar ein. Die an sich schlüssige Grundidee hilft nicht weiter, wenn sich der Konflikt, auf den die Handlung baut, nicht auch optisch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Monika Beer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ins Glück getragen

Schon mit den ersten Takten hebt sich ein Glitzervorhang und gibt den Blick frei auf Anna. Sie blättert in einem Lifestyle-Magazin, zieht sich die Lippen nach und rasiert die Waden. Oder sollten wir es doch mit Manon zu tun haben, die, wie wir gelesen haben, bei einem
gewissen Abbé als Romanheldin auftaucht und später, ebenfalls lange her, von einem Franzosen zum...

Belcanto-Sieg über ­Tyrannen-Willkür

Für die Semiseria «Torvaldo e Dorliska», die er im Herbst 1815 zwischen «Elisabetta» und «Barbiere di Siviglia» für das römische Teatro Valle komponierte, hatte Rossini wie so oft nicht viel Zeit und hat sie deshalb mehr oder weniger aus bewährten Versatzstücken zusammengefügt. Der Eindruck ist entsprechend uneinheitlich: viel schönes Sängerfutter, aber wenig...

Werktreue als Alibi und Herausforderung

Dass eine Frau im Rentenalter ihre Jungfräulichkeit mit Zähnen und Klauen verteidigt und dabei jede Menge Männer über die Klinge springen lässt, wäre ein reizvolles Sujet für einen psychologischen Kino-Thriller, es ist aber nicht unbedingt das Thema von Puccinis «Turandot». Die überreife Prinzessin, die Luana DeVol in Barcelona zum Bes­ten gibt, klingt dabei noch...