Heikle Beziehungen
Zum großen Gedenkjubiläum haben die Hallenser dem berühmtesten Sohn ihrer Stadt auf dem Marktplatz ein paar Matten Fertigrasen spendiert. Kunstdüngergrün schimmert es um den Marmorsockel des gut drei Meter hohen Bronze-Händel. Seit 150 Jahren blickt der Meister nun schon von dort oben durch die Türme der Marienkirche in die Ferne. Ein majestätischer Kopf schaut unter der Allongeperücke hervor; ein hellwacher Geist, der vor Ideen sprühte, der mehrere Sprachen beherrschte und keine Mühe hatte, die Mächtigen seiner Zeit für sich einzunehmen.
Ein Mann von Welt, der die intellektuelle und sinnliche Vitalität des urbanen Lebens schätzte. Kein Wunder, dass so einer (als 18-Jähriger) die erstbeste Gelegenheit nutzte, um die Enge seiner protestantisch-provinziellen Heimat hinter sich zu lassen.
Zweieinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des Komponisten ist diese Einsicht das Leitmotiv der neuen Dauerausstellung, die unlängst in dem für 2,1 Millionen Euro sanierten Händel-Haus an der Nikolaistraße eröffnet wurde. Die auf 14 Räume verteilten rund 160 Gemälde, Stiche und Dokumente (darunter Originalpartituren aus der British Library) rücken bewusst den «Europäer» Händel ins Blickfeld – seine in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Teufel trägt Prada? Mitnichten. Zumindest nicht im Baden-Badener Festspielhaus. In Webers «Freischütz» bestimmen die Amsterdamer Couturiers Viktor & Rolf, wo’s lang geht – mehr noch als der Regisseur und Bühnenbildner Robert Wilson, und das will ja etwas heißen. Man könnte diese Zeilen spielend mit der Beschreibung dessen füllen, was ihrer auch sonst schon...
«Das hätte Mozart auch nicht besser schreiben können», war mein spontaner Gedanke, als ich Lucillas Arie «Chi sa, chi sa qual sia» aus Vicente Martín y Solers «Il burbero di buon cuore» (Der herzensgute Unwirsch) zum ersten Mal hörte. Da hatte ich das Kleingedruckte (im Booklet zur DVD) noch nicht gelesen. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Arie (wie auch bei...
So einfach sorgt man für amüsierte Schlagzeilen: Nach langen fünf Stunden ging Bergens Festspiel-Chef Per Boye Hansen dazwischen und beendete kurzerhand eine Aufführung von Ibsens «Wildente». Eine gute Tat. Denn die Produktion war unkontrolliert zum 15-Stunden-Monster gewachsen.
Es geht auch flotter. Bent Sørensen führt’s vor. Für die Festival-Eröffnung hat er...
