Von Goldoni inspiriert
«Das hätte Mozart auch nicht besser schreiben können», war mein spontaner Gedanke, als ich Lucillas Arie «Chi sa, chi sa qual sia» aus Vicente Martín y Solers «Il burbero di buon cuore» (Der herzensgute Unwirsch) zum ersten Mal hörte. Da hatte ich das Kleingedruckte (im Booklet zur DVD) noch nicht gelesen. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Arie (wie auch bei Lucillas Arie des zweiten Akts) um Einlagen von Mozarts Hand, geschrieben für die Sängerin Louise Villeneuve, seine erste Dorabella.
Durch Mozarts Manipulation bekommt die im Stück als oberflächlich gekennzeichnete Frauenfigur eine unerwartete Gefühlstiefe.
Doch Mozarts Zutaten deklassieren die Komposition des Spaniers, der zu dieser Zeit in Wien eine unangefochtene Größe war, keineswegs. Hier handelt es sich nicht um musikalische Meterware, wie sie in der Opera buffa des ausgehenden Settecento oft anzutreffen ist. Martín y Soler war ein begnadeter Melodienerfinder und beherrschte die Kunst der großen Ensembles, wovon hier die beiden wirbeligen Ketten-Finali Zeugnis ablegen. Lorenzo da Pontes Libretto greift auf eine in französischer Sprache geschriebene Charakterkomödie Carlo Goldonis zurück, der selbst ein fruchtbarer und ...
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