Ghost Busters

Wiener Festwochen I: Christoph Marthalers «Letzte Tage. Ein Vorabend»

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Christoph Marthaler in Wien. Dem Schweizer Musik-Theater-Schamanen immer wieder ein Forum gegeben zu haben, ist das Verdienst von Festwochen-Intendant Luc Bondy, dessen 15-jährige Ära (ab 1998 als Schauspieldirektor, ab 2002 als ­Intendant) nun zu Ende ging. Man erinnert sich an magische Marthaler-Abende, vor allem an «Schutz vor der Zukunft» (2005) im Jugendstiltheater des Otto-Wagner-Spitals, auf dessen Gelände die Nazis die berüchtigte Euthanasie-Versuchsanordnung «Am Spiegelgrund» errichtet hatten.

Es war Marthalers zärtlicher Blick auf das Furchtbare, der damals so unter die Haut ging.

Mit «Letzte Tage. Ein Vorabend» knüpft der Theatermacher nun – im historischen Sitzungssaal des österreichischen Parlaments – an diese Produktion an, baut gleichfalls die Brücke von den Schrecken der Vergangenheit zu Zukunftsängsten. An anderer Stelle wurde der Abend treffend als «szenische Séance, in der böse Geister der Politik heraufbeschworen und mit dem Geist der Musik ausgetrieben werden sollen» charakterisiert. Ungewöhnlich die theatralische Situation: Das Publikum nimmt nicht auf den Abgeordnetenbänken Platz (wie etwa im Januar, als am gleichen Ort Peter Androschs Opern-Oratorium ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Gerhard Persché

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