Maria, hilf!

Adamo: The Gospel of Mary Magdalene San Francisco / Opera

Opernwelt - Logo

Prostituierte, Jüngerin, Ehefrau Jesu: Maria Magdalena steht derzeit hoch im Kurs. Vom Bestseller-Roman «The Da Vinci Code» (2003, deutsch: «Sakrileg») bis zu John Adams’ Oratorium «The Gospel According to the Other Mary» von 2012 – der Läuterungsprozess der neutestamentarischen Sünderin scheint noch längst nicht abgeschlossen.

Auch «The Gospel of Mary Magdalene», das opulente neue Auftragswerk des Komponisten und Librettisten Mark Adamo für die San Francisco Opera, reiht sich in den Marienreigen ein.

Unter Rückgriff auf die Erkenntnisse von Bibel­forschern, insbesondere aus Untersuchungen der gnostischen Evangelien von Nag-Hammadi, zeichnet Adamo das facettenreiche Porträt einer charismatischen Frauenfigur, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Lehren Jesu (hier mit aramäischem Namen: Yeshua) ausübt.

In Adamos Exegese ist es Maria, die Yeshua vom Weg des ultra-orthodoxen Fundamentalismus abbringt und ihn zu einem freieren, um den zentralen Begriff der Liebe kreisenden Wirken führt, wie wir es aus dem Neuen Testament kennen. Nebenbei heiratet sie Yeshua, söhnt ihn mit seiner Mutter aus (die hier, um Verwirrung zu vermeiden, Miriam heißt) und legt sich mit Petrus an, der den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Joshua Kosman

Weitere Beiträge
Hell und dunkel

Wir sollten Wagners «Meistersinger» doch bitte nicht zu ernst nehmen, forderte David Alden in einem Interview zur Premiere. Und tatsächlich kaspert sich der viel beschäftigte Brite veritabel durch die drei Aufzüge. Das ist zumindest eine Seite seiner Inszenierung, die allerdings auch immer wieder ins Dunkle, Abgründige, buchstäblich Nachtschwarze kippt. Statisten...

«Wo für Dich kein Platz ist, hab' ich auch nichts zu suchen!»

Ein Dirigentenstar als Vorkämpfer der Avantgarde – diese Konstellation gibt es in der Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts nur höchst selten. Als 1923 der Klavierauszug von Alban Bergs «Wozzeck» erschien, war der gerade zum Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper ernannte Erich Kleiber der Einzige, der sich für die Uraufführung des Werks...

Sachsen-Anhalt tut sich weh

In Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Stephan Dorgerloh kürzlich die neuen Theater- und Orchesterverträge vorgestellt, die ab 2014 gelten sollen. Gute Nachrichten hatte er nicht: Die Förderung des Landes wird ordentlich zurechtgestutzt, sinkt von derzeit 36 Millionen auf 29 Millionen Euro.

Was heißt das konkret? Verteilt wird nach Einwohnerzahl, den Maßstab setzt...