«Wo für Dich kein Platz ist, hab' ich auch nichts zu suchen!»
Ein Dirigentenstar als Vorkämpfer der Avantgarde – diese Konstellation gibt es in der Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts nur höchst selten. Als 1923 der Klavierauszug von Alban Bergs «Wozzeck» erschien, war der gerade zum Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper ernannte Erich Kleiber der Einzige, der sich für die Uraufführung des Werks interessierte und sie schließlich gegen alle Widerstände am Haus durchsetzte. Bereits während der Proben schrieb Berg an seine Frau Helene: «Ich habe es nicht für möglich gehalten als Musiker u.
Dramatiker je so verstanden zu werden, wie dies durch Kleiber geschieht.» Kleiber hat dem «Wozzeck», den er bis 1932 insgesamt 20-mal dirigierte, aber auch seinem Komponisten die Treue gehalten. Davon legt der Briefwechsel der beiden – 157 Briefe, davon 98 von Berg und 59 von Kleiber – ein beredtes Zeugnis ab. Einzelne Proben daraus waren seit John Russells 1958 erschienener Erich-Kleiber-Biografie bekannt, aber erst durch die jetzt von Martina Steiger vorgelegte, vorbildlich edierte und kommentierte Ausgabe erschließt sich die bis zu Bergs Tod dauernde Künstlerfreundschaft in ihrem ganzen Ausmaß. Und das zu einem maßvollen Preis, was man von ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Uwe Schweikert
Sein erstes Orchesterstück wurde gleich bei den Proms aufgeführt. Da war George Benjamin zwanzig. «Ringed by the Flat Horizon» – der Titel des 20-Minuten-Opus spielt auf ein Foto an: ödes Land, lichter Himmel, Sturmgewölk, aus dem ein Blitz zuckt. Ein Bild statisch-bewegter Natur, das viel sagt über die Klangbilder und Bildklänge, die Benjamins Musik auszeichnen....
Die Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein. Verdi, der Komponist des Risorgimento. Verdi, ein Mann des Volkes. Verdi, der Nationalheld, der mit «Va, pensiero, sull’ali dorate», dem berühmten Gefangenenchor aus «Nabucco», die Unabhängigkeitshymne Italiens schrieb. «Viva V.E.R.D.I.» – selbst der Schlachtruf, mit dem italienische Patrioten Vittorio Emanuele Re...
In Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Stephan Dorgerloh kürzlich die neuen Theater- und Orchesterverträge vorgestellt, die ab 2014 gelten sollen. Gute Nachrichten hatte er nicht: Die Förderung des Landes wird ordentlich zurechtgestutzt, sinkt von derzeit 36 Millionen auf 29 Millionen Euro.
Was heißt das konkret? Verteilt wird nach Einwohnerzahl, den Maßstab setzt...
