Gepflegter Führungsstil
Nein, Claus Guths Salzburger Inszenierung von Mozarts «Figaro» habe er nicht gesehen, beteuert Paul-Emile Fourny. Und damit natürlich auch nicht jenen Cherubin, der bei Guth schweigend durch den Salon des Almaviva’schen Herrenhauses geistert. Die drei Engel, die der Intendant der Opéra de Nice nun für eine neue «Tosca» aufbietet, habe Ausstatter Louis Désiré ins Spiel gebracht.
So verfolgen in dem direkt an der Strandpromenade gelegenen 1000-Plätze-Haus drei stumme Doppelgänger das Beziehungsdreieck Cavaradossi-Tosca-Scarpia, blicken bedeutungsschwanger aus Kirche, Palazzo und Engelsburg. Doch dass ihre Gegenwart dem veristischen Melodram eine traumverlorene, surreale, gar metaphysische Note verliehen, wird man kaum behaupten können.
Von der ersten Szene in Sant’Andrea bis zur finalen Tragödie auf den Stufen des Castello sind diese Schattenwesen nicht mehr als dekoratives Additiv. Auf die libidinösen Energien jedenfalls, die die Protagonisten treiben und an denen sie zugrunde gehen, wirft das schemenhafte Trio kein neues Licht. Auch die Führung der zentralen Figuren hält sich an die Konvention, wirkt harmlos in ihrem Vertrauen auf das gestische Standardrepertoire der alten Tante ...
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Frankfurt hat das Puccini-Jahr mit dem in Gänze selten gespielten «Trittico» eingeläutet. Drei Spielarten des Theaters, die grelle Kolportage («Il tabarro»), das sentimentale Rührstück («Suor Angelica») und die freche Burleske («Gianni Schicchi»), greift Puccini hier auf und leuchtet mit den ganz unterschiedlichen Einaktern tief hinein in die Abgründe des...
Man hätte schon gern gewusst, wie das klingt: Der Katastrophenakkord des Don Giovanni auf der E-Gitarre: herausgerissen aus klassischer Beschaulichkeit, hart hingefetzt, mit dem typisch wimmernden Nachhall? Hölle, Tod und Teufel? Leider erfährt man es nicht, denn der Typ, der mit Puderperücke und umgehängter Stratocast zu Beginn der Ouvertüre bei offenem Vorhang...
Die niederländische Sopranistin Gré Brouwenstijn (1915-1999) war einige Jahre lang eine wichtige Säule der Bayreuther Festspiele, in ihrer Heimat und in England hat man sie besonders als Verdi-Interpretin geschätzt. Der größte Teil ihrer von der Firma Philips produzierten Aufnahmen wurde im CD-Zeitalter nicht mehr aufgelegt. Preiser hat nun einige Einzeltitel zu...
