Schlafende Schöne
Schon im fünften Jahr in Folge nimmt sich Kassels Staatstheater eine Barockoper vor. Nach der gelungenen Inszenierung von Alessandro Scarlattis «Griselda» in der letzten Spielzeit (Regie: Stephan Müller) war nun Vivaldis «L‘Olimpiade» zu erleben – nach Schwetzingen 2007 erst zum zweiten Mal in Deutschland.
Es geht in der verwirrenden Handlung aus der Feder Metastasios weniger um Sport als um Amore. Schauplatz ist das antike Olympia.
Im Sport betrogen wurde auch damals schon, allerdings auf einfachere Art als heute: Licida (der sich nicht fit fühlt) bittet seinen Freund Megacle, sich unter seinem Namen für den Wettlauf anzumelden. Preis: die Königstochter Aristea. Das Problem: Megacle liebt Aristea auch (und sie ihn). Megacle siegt, doch eben unter falschem Namen, weshalb Licida die Frau für sich reklamiert. Konfusion auch für Argene. Sie nämlich liebt Licida und ist verzweifelt, dass er keinen Blick mehr für sie hat...
Die Musik hat Format. Der Rote Priester kann viel mehr als ratternde Violinkaskaden, vor allem kann er in den vielen langsamen Arien Melodien von gedämpfter, anrührender Emotionalität erfinden. Jörg Halubek und das Orchester des Staatstheaters sind ihm gute Anwälte. ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Johannes Mundry
Unbemerkt, wie schon in den ersten beiden Akten, hat Christian Thielemann sich zum Pult geschlichen und will eben den ersten Violinen den Einsatz geben zum auftaktigen Quintensprung b–f’ des dritten Aufzugs. Doch kaum wird man seines Scheitels ansichtig, brechen die Bravos los. Willkommen in Salzburg; ein neues Jahr, ein neues Glück. Während die Berliner...
Die Wiedergeburt der Tragödie aus dem Geist des Rock ’n’ Roll? Vier Abende, sechs Stunden, 21 Figuren, Soundrequisiten vom Kieselstein bis zum Theremin – in seiner rotzig aufgerauten «Ring»-Hörspiel-Performance kümmert sich Stefan Kaminski um fast alles selbst. Nur die Glasharfe, Tuba, Bassgeige und Keyboards bedienen vier assistierende Musikant/inn/en. Im Dezember...
Meldungen
Die Bayerische Staatsbibliothek erinnert mit der Ausstellung «Richard Wagner – Die Münchner Zeit (1864-1865)» an die in München verbrachten Jahre des Komponisten, in deren Mittelpunkt die Uraufführung von «Tristan und Isolde» am 10. Juni 1865 im Königlichen Hof- und Nationaltheater stand, anhand der in der Bayerischen Staatsbibliothek überlieferten...
