Dramatisch härter

Fabio Biondi und Europa Galante rekonstruieren die Erstfassung von Verdis «Macbeth»

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In Verdis Entwicklung nimmt die Vertonung von Shakespeares «Macbeth» eine Schlüsselstellung ein. Mit ihr stellte er 1847 zum ersten Mal die überkommene Form des italienischen Melodramma infrage und versuchte «die Musik mit dem Drama zu verschmelzen». Eine Oper ohne Liebeshandlung mit nur zwei Hauptdarstellern und dem Chor im Zentrum war für die italienische Bühne eine Herausforderung. 1865 hat Verdi das Werk für Paris radikal überarbeitet. Musikalisch ist die Zweitfassung ein deutlicher Fortschritt. Dennoch lohnt die Begegnung mit der experimentellen Urfassung.

In ihr treten die innovativen Elemente stärker hervor, sie ist stilistisch aus einem Guss, dramatisch prägnanter und härter. Das macht die neue Aufnahme hörbar, die erstmals bei einer Verdi-Oper konsequent die Aufführungsbedingungen der Zeit zu rekonstruieren versucht.

Der italienische Geiger Fabio Biondi und sein Originalklangensemble Europa Galante sind bislang hauptsächlich mit Barockmusik hervorgetreten, haben allerdings mit Bellinis «I Capuleti e i Montecchi» vor drei Jahren schon einmal den Sprung in die Romantik gewagt. Biondi leitet das mit 45 Musikern schlank besetzte Orchester, wie in Italien noch bis in die ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Uwe Schweikert

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