Wackelkontakt
Zwei sehr verschiedene Stücke hat man da in Episoden zerlegt und in der Werkstatt der Berliner Staatsoper zu einem Doppelabend verschränkt: Janáceks Liederzyklus «Tagebuch eines Verschollenen» und Poulencs Tragédie lyrique «La Voix humaine». In der kargen, aber enthusiastisch musizierten Klavierfassung (Leitung und Klavier: Günther Albers) geht das erstaunlich gut auf. Nicht ganz so gut im Szenischen.
Nähe und Distanz, Verschränkung und Isolation, Einsamkeit, Enge – dies sind die dem Zuschauer von Regisseurin Isabel Ostermann und Ausstatter Stephan von Wedel im Programmheft soufflierten Stichworte. Auf der Bühne illustrieren das zwei weiße, möblierte Holzgerüste, spiegelverkehrt jeweils Tisch und Stuhl, Tagebuch oder Telefon. Auf diese Weise werden die beiden Stücke bildlich zusammengebracht, während die Protagonisten, ein jeder in «seinem Haus», einander diagonal gegenübersitzen, ohne Blickkontakt, unüberbrückbar getrennt.
Rundherum, dicht am Geschehen das Publikum auf weißen Bänken. Der extremen Nähe sind auch die spannendsten Momente des Abends zu verdanken: Ein Flattern der Hände, ein Griff nach dem Stift wirken bestechend real, kein bisschen in Szene gesetzt. Andererseits macht ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Katharina Duda
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Überhaupt nicht. Ich fühle mich eher als einer der ganz wenigen, die sich noch ernsthaft um die Stücke bemühen. Und Gott sei Dank habe ich Schüler, die genauso denken. Die Schauspielregisseure haben ein...
