Ohnmacht der Kunst?
Wozu die Kunst? Ein Sprech-Chor, der nicht auf der Straße, sondern auf der Bühne wirken wolle, sei Kitsch und Manier, räsonierte Peter Handke Ende der 1960er-Jahre. Ähnlich argumentierten damals alle, die sich auf der Höhe der Zeit wähnten. Doch neu war die agitatorische Pose nicht. Die Frage, ob die künstlerische Ästhetik (das «In-den-Rahmen-Setzen» einer Angelegenheit, die dadurch besondere Aufmerksamkeit erfährt) wirkungsmächtig genug sei, um das Bewusstsein des Rezipienten zu verändern, ist vermutlich so alt wie die Kunst selbst.
Zumindest dürfte sie die über das affirmativ Dekorative hinausdenkenden Künstler beschäftigt haben, seit diese sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung – und wohl auch ihrer gelegentlichen Ohnmacht diesbezüglich – bewusst wurden.
Auf gleicher Strecke befindet sich der Titelheld in Paul Hindemiths Oper Mathis der Maler, wenn er grübelt: «Hast du erfüllt, was Gott dir auftrug? Ist, dass du schaffst und bildest, genug?» Ob Mathis Gothart-Nithart alias Matthias Grünewald (1475/80 bis 1528/32) sich tatsächlich aus Frustration über die ästhetische Distanz seiner Kunst den rebellischen Bauern anschloss, ist nicht belegbar. Auch stellte Hindemith sich die ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché
54. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752252
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61, 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 14.01.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
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