La condition humaine
Das Wunderbare an den Opernarbeiten der Regisseurin Andrea Breth ist die Unberechenbarkeit, mit der sie sich (meist) den Schicksalen von Frauen widmet. Ob es grellbunt wird und überdreht oder nachtschwarz und totenstarr, entscheidet nicht die bis zum Markenzeichen erprobte Methode, sondern die jeweilige Figur, eine musikalische Signatur oder die Verknüpfung mit dem wirklichen Leben.
Bei der Umsetzung von Verdis Traviata fürs Brüsseler Opernhaus musste Breth in ihrer Wahlheimat Wien nicht lange nach dem entsprechenden Realitätsbezug suchen: Der Mädchenhandel mit dem Osten, der Clubs und Betriebsfeiern mit «anspornendem» Menschenfleisch versorgt, hat mittlerweile einen Grad von Zynismus erreicht, dass selbst der Tatort die Mischung aus Menschenverachtung und kapitalistischer Wegwerfmentalität aufgreift.
Also kommt Violetta Valery, die Gestrauchelte aus Verdis erster Oper im großstädtischen Gegenwarts-Milieu, nicht aus der Normandie wie ihr reales Vorbild Marie Duplessis, sondern aus einem jener Container, die sich zum Vorspiel vor dem Zuschauer in einem imaginären Frachthafen aufstapeln: rostig, hässlich, eine Wand aus Panzerblech. Martin Zehetgruber hat diesen Eisernen Vorhang ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Michael Struck-Schloen
Kritische Neuausgaben älterer Opern müssen nicht immer zu veritablen Entdeckungen führen. Im Fall von Giacomo Meyerbeers französischen Opern tun sie es jedoch ganz gewiss. Das hängt zum Teil mit der individuellen Schaffensweise des Komponisten zusammen und in noch höherem Maße mit den Arbeitsbedingungen an den damaligen Pariser Opernhäusern, vor allem dem größten...
Den zweiten Teil ihrer Trilogie von Donizettis Tudor-Opern präsentierte die Met als Silvesterpremiere. Maria Stuarda also, nach Anna Bolena in der vergangenen Spielzeit – die Titelpartie hatte seinerzeit Anna Netrebko gesungen. Für die abschließende Produktion von Roberto Devereux, heißt es in gut unterrichteten Kreisen, ist Sondra Radvanovsky als Königin...
Herr Selig, spielen Sie eigentlich noch Orgel?
Ab und an. Aber nicht mehr in der Kirche. Seit ein paar Jahren habe ich zu Hause eine digitale drei-manualige Kirchenorgel. Leider finde ich selten genug Zeit zu spielen.
Was haben Sie von der Orgel fürs Singen mitgenommen?
Direkt vom Instrument wenig.
Vom Kirchenmusiker zum Sänger ist der Weg aber so weit nicht…
Gesungen...
