Bei Butlin's

Strauß: Der Zigeunerbaron Klagenfurt / Stadttheater

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Aus einer Mauernische am Alten Platz in Klagenfurt löst sich eine dunkle Gestalt und bettelt mit weichem slawischen Akzent um ein paar Cents. Wohl eine Roma aus der Slowakei. Lustig ist das Zigeuner­leben? Es kann kein Vergnügen sein, bei Minusgraden stundenlang für ein paar Euro auszuharren, um sie dann vermutlich abzuliefern.

Wir sind auf dem Weg zu Johann Strauß’ Zigeunerbaron im Stadttheater, denken an Saffis «Dschingrah, die Zigeuner sind da!» und fragen uns, warum die Opernbühne Armut häufig zu romantisieren sucht – auch diese Operette des Johann Strauß, die eigentlich eine komische Oper ist.

Die Konwitschny-Schülerin Vera Nemirova hätte sich vermutlich – wie bei ihrer Inszenierung von Kálmáns Gräfin Mariza vor einem Jahrzehnt an der Wiener Volksoper – um eine Darstellung der Situation sozial Unterprivilegierter im europäischen Osten bemüht. Regisseur Sam Brown kennt als Repräsentant des angelsächsischen Theaters keinen ideologischen Imperativ; ihm liegen der coup de théâtre sowie Music Hall und Slapstick ­näher. Er und seine Bühnenbildnerin Annemarie Woods siedeln das Stück in einem Ferienlager an. Dass dabei vom Wörthersee die Rede ist, soll lokale Geister befriedigen, doch ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhard Persché

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