Herrlicher Budenzauber
Diese Produktion ist ein bedeutender Beitrag zum Offenbach-Jahr. Weil sie hilft, die gedankliche Brücke zu schlagen von den grell-geistreichen Sozialsatiren zu «Hoffmanns Erzählungen». Unmittelbar vor «Fantasio» entstanden, im Sommer 1869, für ein Gastspiel der «Bouffes-Parisiens» in Baden-Baden, zeigt auch «Die Prinzessin von Trapezunt», wie sich die romantisch-melancholische Seite des Komponisten immer mehr Bahn bricht.
Die Handlung ist zwar noch als Groteske angelegt – eine Schaustellerfamilie gewinnt per Lotterie ein Schloss, langweilt sich dann aber schnell im adligen Ambiente. Doch im Kern geht es um die Sehnsucht der Protagonisten nach Liebe.
Märchenhafte Züge hat dabei vor allem Prinz Raphael, ein schwärmerischer Jüngling, der sich in eine Wachsfigur verliebt, eben die titelgebende Prinzessin, die jedoch just bei seinem Besuch im Raritätenkabinett von einer echten Frau dargestellt wird – weil die Schausteller-Tochter ihr zuvor beim Saubermachen versehentlich die Nase abgeschlagen hat. Drei Paare werden sich am Ende gefunden haben, und ihnen gehört auch die ganze Zuneigung Offenbachs: Ihre sehnsuchtsvoll-sentimentalen Musiknummern sind mit Abstand die inspiriertesten ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Frederik Hanssen
Kathinka Pasveer
Als Solistin bei den Uraufführungen der einzelnen Teile aus dem «Licht»-Zyklus und führende Mitarbeiterin im Studio für Elektronische Musik beim WDR zählte sie zum inner circle von Karlheinz Stockhausen. Jetzt übernimmt die Flötistin die musikalische Leitung des Projekts «Aus Licht» beim Holland Festival. Eine Reportage
Georg Friedrich Haas
Er...
Und immer wieder, überraschend wie das Fingerschnippen des Hypnotiseurs, dieser Akkord in strahlendem C-Dur, pures in Musik gegossenes Weißgold: In wenigen Takten am Ende seines «Król Roger» widerruft Karol Szymanowski den «Tristan»-Schluss, der ursprünglich wohl geplant gewesen war: Nicht Vergehen in unbewusst höchster Lust, sondern Reifung durch Erkenntnis und...
Eine klaustrophobische Atmosphäre liegt über dem engen Hinterhof mit seinen verwaschenen Mauern und verwitterten Fensterläden. Regisseur Urs Häberli verlegt die Handlung von Janáčeks «Jenůfa» in ein beengtes Kleinstadtmilieu. Die Bewohner leben Tür an Tür; nichts von dem, was auf dem Hof vor sich geht, bleibt verborgen, stets ist ein Beobachter präsent, schier...
