Peinlich
Wer bis vor Kurzem die Leipziger Oper besuchen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Nicht theatrale Heroen und musikalische Helden, sondern solide Handwerker und künstlerisch begabte Innenausstatter brachten das Haus auf Trab (Kosten: 9,3 Millionen Euro). Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz, mit aufgehübschten Wandfliesen aus feinstem Meißner Porzellan, hellerer Farbe und mehr Beinfreiheit im Zuschauerraum sowie – auch das tat dringend Not – sanierten Toiletten. Wochen vor der festlichen Einweihung gab es jedoch etliche Misstöne.
Intendant Henri Maier wurde aus immer noch ziemlich unklaren Gründen geschasst, und Chefdirigent Riccardo Chailly machte vor allem durch Abwesenheit Schlagzeilen, lediglich eine Neuproduktion pro Spielzeit wird er fürderhin dirigieren, dafür jede Menge Konzerte im Leipziger Gewandhaus – dort ist er nämlich ebenfalls Chef (siehe OW 8/2007). Auch auf die eigentlich ja sehr prestigeträchtige Wiedereröffnungspremiere verzichtete der GMD und zog es vor, das Geschehen vom Parkett aus zu verfolgen. Vermutlich hat er sich im Nachhinein dann doch geärgert, den Taktstock verweigert zu haben.
Wagners «Rienzi» ist ein – in mehrfachem Sinn – schweres Stück, das sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Für viele Opernfans ist die Zürcher Oper unter der Ägide von Alexander Pereira zum Fluchtpunkt ihrer Sehnsüchte geworden: Wo sonst hätte man die Möglichkeit, eine derartige Repertoirevielfalt (zumindest was die Opernliteratur vor 1930 betrifft) mit so luxuriösen Besetzungen, obendrein in vergleichsweise intimem Rahmen zu erleben? Und das auch noch in...
Fritz Wunderlich gehört zu den auserwählten Sängern, an denen man sich nie satt hören wird. Deshalb bedarf es in seinem Fall keines runden Gedenktages, um Retrospektiven seiner zahlreichen bekannten Aufnahmen zu veranstalten und immer neue aus irgendeiner Mottenkiste wieder ans Licht zu holen. Sony/BMG ist nun mit den ersten Veröffentlichungen des Tenors fündig...
Jules Massenet schrieb mehr als zwei Dutzend Opern. Viel mehr als zwei von ihnen fanden in unseren Spielplänen kaum Platz: «Werther» und «Manon». Wer das Massenet-Repertoire umfassender kennenlernen möchte, kommt nicht umhin, nach Frankreich zu reisen, nach der einstigen Massenet-Uraufführungshochburg Monte Carlo oder nach Saint-Étienne, der Geburtsstadt des...
