In der Arche des reinen Klanges

Mit Luigi Nonos «Prometeo» eröffnet Benedikt von Peter seine Intendanz am Luzerner Theater. Ein starker Start, der nicht nur das Leitthema der Saison, sondern auch die aktuelle kulturpolitische Situation der Stadt aufgreift

Opernwelt - Logo

Hochfliegende, zukunftsweisende Pläne waren es. Für nicht weniger als rund 200 Millionen Schweizer Franken sollte in Luzern, gleich neben dem KKL, ein neues Theater erbaut werden. Nicht nur ein neues Haus als Ersatz für das marode Stadttheater. Sondern auch ein Theater der neuen Art – eine Salle Modulable nach Pierre Boulez, ein Ort der flexiblen Räume. So wollte es Michael Haefliger, der Intendant des Lucerne Festival, der dafür auch gleich das nötige Kleingeld besorgt hatte.

120 Millionen Schweizer Franken wollte ihm ein deutscher, bei Luzern lebender Mäzen für die Verwirklichung dieser Idee zur Verfügung stellen. Nach dessen Tod widerriefen die Erben diese Zusicherung, womit das Projekt ein erstes Mal auf Grund lief.

Die Initianten gaben freilich nicht auf. Mit Hilfe eines langwierigen, kostenintensiven Gerichtsverfahrens gelang es, die versprochenen Mittel lockerzumachen. In einem zweiten Anlauf wurde ein Vorprojekt erstellt und der politische Prozess, der in der Schweiz notwendig ist, in Gang gesetzt. Kurz nach Abschluss des Lucerne Festival 2016 jedoch wurde der Antrag der Kantonsregierung auf einen Beitrag für die weiteren Planungsarbeiten vom Parlament abgelehnt. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Peter Hagmann

Weitere Beiträge
Quellen, Thesen, Argumente

Im Mai 1877 war Giuseppe Verdi in Köln, eingeladen von Ferdinand Hiller, um dort beim Niederrheinischen Musikfest seine «Missa da Requiem» zu dirigieren. So weit, so bekannt. Am 23. Mai speisten die Ehepaare Verdi und Hiller gemeinsam zu Mittag, abends besuchte man eine Aufführung von Schillers «Verschwörung des Fiesko zu Genua» – ein Gastspiel der damals...

Zu Hilfe! Zu Hilfe!

Die Bühnenstatistik bestätigt der «Zauberflöte» Jahr für Jahr den Dauerbrenner-Status. Dabei ist das Stück mit seinem langen zweiten Aufzug gar nicht leicht zu inszenieren. Und was tun mit den Dialogen? Kürzen? Umschreiben? Aufpeppen? Damit Papagenos Mundart-Witze nicht zu matten Schenkelklopfern verkommen, braucht’s mindestens ein gutes Gespür für Timing....

In Statu Nascendi

Die Probleme gehen schon mit den Sprechtexten los. Mit dem pausbäckig-hölzern die vielstimmige französische Vorlage (Jean Nicolas Bouilly) nivellierenden Deutsch des Wiener Hoftheatersekretärs Joseph Sonnleithner, das auch in der Bearbeitung von Friedrich Treitschke nicht wirklich zündet. Schon Wieland Wagner hatte bei seiner Stuttgarter «Fidelio»-Inszenierung...