Italienische Schmankerl
Der Schöpfer habe Italien, schrieb Mark Twain, nach Entwürfen von Michelangelo gemacht. Vielleicht, könnten spätere Generationen anmerken, auch nach jenen der Werbestrategen von Alfa Romeo. Von ihnen könnte jedenfalls das Bild auf dem Cover von Juan Diego Flórez’ neuem Album «Italia» stammen: la bella macchina in toskanischer Landschaft. Mit der Lässigkeit des Latin Lover lehnt der Tenorissimo aus Peru an einem roten Alfa Spider, einer Ikone der 1960er-Jahre.
Und das Programm liest sich wie die Speisekarte einer Trattoria «Amici della Musica Popolare»: Schlager von «Arrivederci, Roma» über «Volare» bis hin zum unvermeidlichen «O sole mio». Dazu Schmankerl von Donizetti («Amor marinaro»), Rossini («Bolero», «La danza»), Leoncavallo («Mattinata») und andere – leichte, aber keineswegs kalorienarme Kost. Alle diese Lieder haben sozusagen die Sonne eingefangen, und doch geht Flórez’ Darbietung über schnulziges sole-amore-Gehabe hinaus. Er lässt den einzelnen Nummern bei dieser Reise durch Zeiten und Stile Sorgfalt angedeihen, sucht Nuancen herauszuarbeiten – die er ab und an vielleicht noch mehr hätte abstufen können, wie etwa bei den Wiederholungen von «Volare». Manchmal zieht er seine ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Gerhard Persché
Als in Paris «Echo et Narcisse» in Bausch und Bogen durchfiel, kehrte Gluck 1779 verbittert nach Wien zurück: Nie wieder eine Oper! Doch schon vor «Narcisse» hatte er begonnen, sich mit dem Danaiden-Stoff auseinanderzusetzen, und 1782 war die Schmach so weit vergessen, dass er das Schmollen wieder ließ. Da seine Rechte nicht mitspielte, ging ihm der junge Antonio...
Katia Ricciarelli selbst war auf der Bühne ja nie sehr komisch, doch hat sie als Lehrerin den Bassbariton Paolo Bordogna mit ausgebildet. Der rattert auf seiner CD «Tutto Buffo», begleitet von der Filarmonica Arturo Toscanini unter Francesco Lanzillotta, durchs bekannte Repertoire von Leporello über Bartolo, Don Magnifico, Mamma Agata, Dulcamara, Falstaff, Don...
Jubilare
Als Papageno gab Håkan Hagegård 1968 an der Königlichen Oper von Stockholm sein Debüt. In derselben Rolle wurde der an der Königlichen Musikschule Stockholm und am Salzburger Mozarteum ausgebildete Bariton in Ingmar Bergmans Verfilmung von Mozarts «Zauberflöte» (1975) einem breiten Publikum bekannt. 1980 debütierte er an der New Yorker Met als Malatesta in...
