Lasst mich den Löwen spielen!

Menuhin hat es getan, Barenboim hat es getan, Harnoncourt hat es getan. Aber auch weniger bekannte Instrumentalisten geben immer häufiger den Takt vor. Warum sich (Orchester-)Musiker entscheiden, Dirigent zu werden.

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Als Howard Griffith sich entschloss, den Musikerberuf an den Nagel zu hängen, um Dirigent zu werden, war ihm gerade ein Schauspieler auf den Kopf gefallen. Und das kam so: Der Brite arbeitete damals an der Zürcher Oper. Die halbe Stelle als Bratschist hatte er vor allem mit Blick auf seine junge Familie angenommen, denn seit Langem drängte es ihn eigentlich vom Streicherpult aufs Dirigentenpodium. Er hatte bereits verschiedenste Formationen geleitet, Laien wie Profis – doch vor dem entscheidenden Schritt schreckte er immer wieder zurück.

Bis in einer «Fledermaus»-Vorstellung der Darsteller des Frosch vor lauter gespielter Trunkenheit das Gleichgewicht verlor und in den Orchestergraben stürzte, direkt auf Howard Griffith. Wie durch ein Wunder wurde keiner der beiden verletzt. Der robuste Komödiant stand nach zwanzig Minuten wieder oben auf der Bühne und brachte den Abend zu Ende. Als der Schlussapplaus verklungen war, begann Howard Griffith, die weiträumig verteilten Splitter seines Instruments zwischen den Notenständern zusammenzusuchen.
Fast ein Vierteljahrhundert ist das jetzt her, Griffith kann auf eine beachtliche Zweitkarriere zurückschauen: Über 68 CD-Einspielungen ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 32
von Frederik Hanssen

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