Entführung aus dem Fundus
Louis Spohr spielt als Opernkomponist nur eine Nebenrolle im Repertoire. Allenfalls «Jessonda» und seine Vertonung des Faust-Stoffes sind ab und an zu sehen. Kaum mehr als eine Ahnung hat sich beim Publikum davon bewahren können, welch einflussreiche und hoch geschätzte Künstlerpersönlichkeit Spohr zu Lebzeiten war. «Avantgardist des Musiklebens seiner Zeit» hat ihn die Nachwelt gar betitelt. In diesem Jahr gibt es nun Anlass zur Erinnerung.
Spohrs 150. Todestag ist zwar erst am 22.
Oktober, das Staatstheater Braunschweig hat den Sohn der Stadt aber schon jetzt mit einer Premiere geehrt. «Der Alchymist» aus dem Jahr 1830 kam dort auf die Bühne. Gut 170 Jahre war Spohrs Oper nicht zu hören – eine wahre Wiederentdeckung. Der Dirigent Christian Fröhlich hat eine praktische Fassung eingerichtet, Regisseur Uwe Schwarz, langjähriger Oberspielleiter am Haus, eine Bearbeitung der Dialoge vorgenommen. Spohr kehrt beim «Alchymisten» zur Nummernoper zurück. Die gesprochenen Dialoge übersetzt Uwe Schwarz in eine neue Sprache. Heutiger und verständlicher wirkt die aber kaum.
Die Geschichte kreist um den Alchymisten Don Felix de Vasquez. Er steht für den in sich gekehrten, nach den ...
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Im zwölften Jahr seines Bestehens widmet sich das in Madrid gegründete, 1999 nach A Coruña im äußersten Nordwesten Spaniens verpflanzte Mozart-Festival dem Werk des britischen Regisseurs Graham Vick. Intendant Paolo Pinamonti, zuvor am Fenice und in Lissabon tätig, möchte das Festival öffnen. Mozart soll einen Themen-Schwerpunkt neben anderen bilden. Das...
Herr Heppner, haben Sie sich mit dem Etikett vom Heldentenor abgefunden?
Das Problem bei diesem Begriff ist, dass die lyrische und damit vielleicht auch die gesangliche Komponente oft zu kurz greift. Heldisch, das suggeriert meist: laut und kraftvoll. Damit allein ist natürlich nichts gewonnen.
Geht es Ihnen um eine bestimmte Richtung von Gesangästhetik?
Zumindest...
Der Herbst neigt zum Winter, alles wird fein, klein, kühl. Gehirn und Anschauung, Behaglichkeit der Erinnerung. So beschrieb Oskar Bie die Stimmungslage von Verdis «Falstaff». Nostalgische Behaglichkeit dieser Art suggeriert auch der Bühnenvorhang, der den Zuschauer beim Betreten des Auditoriums im Festspielhaus zu Glyndebourne empfängt: das Städtchen...
