Hollywood am Main
Zum Auftakt lautes Telefonklingeln. Kein Handy, denn auf der Bühne springt ein Anrufbeantworter an: Michael, Tanja Ariane und Paula sind nicht zu Hause, tönt es vom Band. Doch dann stürmen sie schon ins schicke Loft: Michael Nagy (Giulio Cesare), Tanja Ariane Baumgartner (Cornelia) und Paula Murrihy (Sesto) samt Partygefolge. Die Stimmung kippt, als ein Geschenk ausgepackt wird: Wie kam ein Paket mit abgeschlagenem Kopf ins Haus? Dazu ertönt Händels Musik – und die Darsteller verwandeln sich in die Figuren der Oper.
Inspiriert sind sie von Ägypten-Klischees, die wir alle aus zahlreichen Cleopatra-Filmen kennen. Der Kinokniff wird ganz wörtlich genommen: Die Wohnung wird wie eine Linse zu einer gewaltigen Bühne aufgezogen, auf der sich die Figuren in einer Art trockengelegtem Schwimmbecken tummeln. Kostümbildnerin Katharina Tasch trimmt mit ein paar Accessoires die heutige Alltagskleidung auf historisch, Bühnenbildner Herbert Murauer verbindet mit rastlos wehenden weißen Vorhängen die Szenen, schafft Auf- und Abtrittsmöglichkeiten. Halsbrecherische Treppen, Cleopatra im Schaumbad in der Löwenfußwanne: Das Publikum wird mit großem Kino unterhalten, ein langer Abspann stellt in ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Claus Ambrosius
Der größte Jubel gilt in dieser Eröffnungswoche nicht der Kunst, sondern dem Geld. Als Hans Peter Haselsteiner ans Rednerpult tritt, kann er nicht anfangen. Um ein Haar hätten sich alle sogar von den Plätzen erhoben. Als Dank für einen, der 20 der insgesamt 36 Millionen Euro Baukosten bezahlt hat, der mit seinem Privatvermögen von über einer Milliarde auch den...
Das Wunderbare an den Opernarbeiten der Regisseurin Andrea Breth ist die Unberechenbarkeit, mit der sie sich (meist) den Schicksalen von Frauen widmet. Ob es grellbunt wird und überdreht oder nachtschwarz und totenstarr, entscheidet nicht die bis zum Markenzeichen erprobte Methode, sondern die jeweilige Figur, eine musikalische Signatur oder die Verknüpfung mit...
Aus den Ohren, aus dem Sinn. Gustav Walter, Heinrich Pflanzl: zwei Sänger, Tenor der eine, Bass der andere, Ersterer in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts tätig, der andere in den ersten sechs Jahrzehnten des zwanzigsten, beide zu Lebzeiten angesehen und danach fast vergessen. In den großen deutschen Sängerlexika kommen die beiden nur marginal vor;...
