Kitsch für Kenner
Operette braucht Stars. Mehr noch als die große Schwester Oper lebt das unterhaltende Musiktheater von charismatischen Persönlichkeiten, die aus brauchbarem Material eine tolle Show machen. Wer die Geschwister Pfister engagiert, bekommt den Glamour gleich im Dreierpack: Auf den Kleinkunstbühnen der Republik sind sie groß geworden, als wahlverwandte Kunstfiguren Fräulein Schneider, Ursli und Toni wechseln sie virtuos die Identitäten, Geschlechter und Musikstile.
Lange haben sie davon geträumt, Nico Dostals «Clivia» auf eine Staatstheaterbühne zu bringen, mit all dem szenischen Pomp und dem personellen Aufwand, den die Revueoperette von 1933 braucht – und den sich nur subventionierte Häuser leisten können.
Barrie Kosky, der australische Intendant der Komischen Oper mit jüdisch-osteuropäischen Wurzeln und angloamerikanischem Unverständnis für die deutsche Trennung von E- und U-Kunst, hat es ihnen nun ermöglicht. Weil sein Haus einst als Vergnügungstempel erbaut worden ist, gehört die Operette bei Kosky zu den tragenden Säulen des Spielplans. Sein Ensemble ergänzt er dabei regelmäßig um Berliner Entertainment-Größen: Die konzertanten Aufführungen von Kalmans «Bajadere» sowie der ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Frederik Hanssen
Jubilare
Er gehört zu den wenigen französischen Opernsängern, die 18 Jahre in Folge an der New Yorker Met gastierten. Der Bariton Gabriel Bacquier erhielt seine musikalische Ausbildung zwischen 1945 und 1950 am Pariser Konservatorium und war von 1953 bis 1956 Ensemblemitglied am Brüsseler Opernhaus La Monnaie, wo er französisches und italienisches Repertoire sang....
Titel, Untertitel und Klappentext von Leon Botsteins Buch führen den Interessenten in die Irre. Die sechs Aufsätze des renommierten amerikanischen Dirigenten und Musikwissenschaftlers handeln nicht von «Macht und Ohnmacht der Musikgeschichte», wie der Verlag insinuiert, sondern sind einlässliche rezeptionsgeschichtliche Studien zu Beethoven, Schubert, Brahms,...
Merkwürdig. Ist da was …? Der König hebt den treuen Vasallen im siegreichen Kampf wider die Sachsen hervor. Und die Inszenierung konstruiert da flugs ein Dreieck aus einem notorisch Gutgläubigen und zwei Verdächtigen. Der König: Marke? Die ihn hintergehen: Isolde? Tristan? Und da, bevor Akt zwei anhebt – der da auf der blau-weiß-rot drapierten Bühne durch den...
