Verdi-Theater
Die Erkenntnis, dass Giuseppe Verdi nicht nur ein großer Komponist, sondern auch und vor allem ein großer Theatermann war, dem man nicht mit sängerfreundlichen Pauschal-Arrangements beikommen kann, hat sich mittlerweile auch in seiner Heimat durchgesetzt. Zumindest die Bühnen, die international ernst genommen werden wollen, haben in den letzten Jahren entschiedene Schritte von der Oper in Richtung Musiktheater getan. In anderen Sänger-Hochburgen wie London, Wien oder Barcelona ist man schon länger um eine Mischung von Stimmenfest und Theaterereignis bemüht.
Die Durchsicht einiger DVD-Neu- und Wiederveröffentlichungen der letzten Monate ergibt eine überwiegend positive Bilanz.
So ist von einer in allen Belangen adäquaten Produktion des «Macbeth» zu berichten, die das Teatro Regio in Parma im vergangenen Jahr herausgebracht hat. Liliana Cavani, durch ihren seinerzeit als Skandal empfundenen Film «Der Nachtportier» (1974) berühmt geworden, zeigt anders als die meisten ihrer in der Oper dilettierenden Kinokollegen sicheres Opernregiehandwerk und musikalisches Fingerspitzengefühl. Sie erzählt Shakespeares Geschichte schlüssig, lässt die Oper in den großen Concertati zu ihrem Recht ...
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