Fisherwoman's friend
Im August hat Norwegen Fisch im Wert von 4,7 Milliarden Kronen (568 Millionen Euro) exportiert – 146 Millionen Kronen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Angesichts der Tatsache, dass die aquatisch lebenden Wirbeltiere so etwas wie Norwegens Gold darstellen, ist ihr Anteil am ansonsten reichlichen Frühstücksbüffett meines Osloer Hotels eher knapp: Lachs und geräuchterte Forelle. Sei’s drum! Man muss den Fisch ohnehin nicht unbedingt als Nahrungsmittel missbrauchen.
Er kann sich auch im Zirkus nützlich machen – Norwegens populärste Exilantin Rose Nyland aus der US-Sitcom «Golden Girls» schildert dies in der Episode Herring Wars: ein Hering auf einem Elefanten, ein anderer aus einer Kanone geschossen. Oder aber man(n) nutzt einen Dorsch, shocking, als Dildo, wie Ole Anders Tandberg es nun in den Vergewaltigungsszenen seiner Inszenierung von Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an Oslos Oper vorführt.
Überhaupt dienen Dorsche in dieser Produktion, die das Geschehen in einem Fischerdorf in Nordnorwegen ansiedelt, als konstitutives Element von Erlend Birkelands kargem Dekor. Dumm glotzen sie, wenn auf ihrem Rücken oder mit ihrer Hilfe gerauft, geliebt, sexuell genötigt wird. ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Gerhard Persché
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