Tierisch drauf
Der österreichische Komponist Johannes Maria Staud war im Sommer dieses Jahres einer von zwei composers in residence des Lucerne Festivals. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, nahm dies zum Anlass, einen schon früher erteilten, bisher aber noch nicht realisierten Auftrag zu erneuern. Im September endlich wurde Stauds Oper «Die Antilope» an dem kleinen Haus uraufgeführt, in Koproduktion mit dem Lucerne Festival und der Oper Köln.
Das Libretto stammt wie das von Stauds Opernerstling «Berenice» von dem mehrfach preisgekrönten Lyriker und Essayisten Durs Grünbein.
Im Zentrum des Textes steht der Aussteiger Victor. Bei einer Firmenparty springt er aus dem Fenster. Wie durch ein Wunder dem Tod entronnen, begegnet er in der Folge verschiedenen Menschen – alle ebenso unglücklich wie er selbst. Seine Sehnsucht nach einem freien Leben versinnbildlicht das Bild der Antilope, die von Afrika träumt. Doch am Schluss holt die Firmenrealität Victor wieder ein.
Ein Stationendrama mit bissigem Humor, das Stauds Stil-Pluralismus sehr entgegenkommt. Er ist ein Eklektiker – als Bühnendramatiker ein Antipode Olga Neuwirths und ein Verwandter Detlev Glanerts. Wenn die Firmenmitglieder mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Thomas Schacher
Ernst Haefliger (1919-2007) war einer der großen Tenöre des 20. Jahrhunderts. Einer, der stilistische und stimmliche Vielfalt miteinander verband. Bachs Passionen hat er weltweit ebenso gesungen wie zeitgenösssische Werke, Mozart und Schubert. Der nach ihm benannte, von Aviel Cahn (dem derzeitigen Intendanten der Opera Vlanderen) gegründete Wettbewerb fand in...
Ein kühler Herbstbeginn in Österreichs Metropole. Passend dazu Tschaikowskys «Charodeyka» («Die Zauberin») im Theater an der Wien. Schon das Vorspiel dieses Werks tauscht die scharfkantige Helle des Sommers ein gegen ein trüberes Licht, das bereits die Kürze der Wintertage in sich trägt. Und deren Schwermut. Der Lebensfreude, die der Chor zu Beginn des ersten Akts...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 11
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752272
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 13.10.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
