Raummusik
Als vorangestellter Kontrapunkt zur barocken Feinkost des in Krakau seit neun Jahren veranstalteten Festivals «Misteria Paschalia» war eine Sensation angekündigt: Die erste szenische Aufführung von Krzysztof Pendereckis «Lukas-Passion» in der Regie von Grzegorz Jarzyna und unter der musikalischen Leitung des Komponisten. Penderecki zählt zu den bekanntesten lebenden Komponisten überhaupt. Seinen internationalen Durchbruch erlebte der damals 33-Jährige 1966 mit der in Münster uraufgeführten «Lukas-Passion».
Trotz Zwölftontechnik, Geräuschmusik, Vierteltönigkeit, Cluster-Bildung und allen weiteren Avantgarde-Provokationen, die seinerzeit zu Gebote standen. Inzwischen ist Pendereckis Klangsprache gefälliger geworden, der ästhetische Bruch, den er selbst freilich bestreitet, wurde von der Fachwelt skeptisch aufgenommen. Pendereckis Popularität konnte das wenig anhaben, schon gar nicht in Polen.
Dementsprechend hoch aufgehängt war die erste szenische Aufführung seines immer noch berühmtesten Werks – als Resümee des landesweiten Kulturprogramms anlässlich der polnischen EU-Präsidentschaft 2011. Tatsächlich ist die Bühnen-Adaption spektakulär geraten, auch wenn man das Ereignis eher als ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Regine Müller
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