Bayreuth und der Erste Weltkrieg
Am 22. Juli 1914, einem Mittwoch, wurden die Bayreuther Festspiele mit dem «Fliegenden Holländer» eröffnet. Inszenierung und Bühnenbild stammten von Siegfried Wagner, der auch dirigierte. Für die Festspiele waren noch der «Ring des Nibelungen» unter dem Dirigat von Michael Balling und der «Parsifal» unter Karl Muck geplant. Vorgesehen waren insgesamt 20 Aufführungen. Statt fanden nur acht.
Und selbst die, schrieb Siegfried Wagner später in seinen Erinnerungen, seien nur unter mühevollen Schwierigkeiten zustande gekommen: «Schon während der ‹Ring›-Vorstellungen drangen beunruhigende Gerüchte bis zum Festspielhügel, wo man sonst, wie auf der Insel der Seligen, vermied, von Politik zu sprechen. Nach der ‹Siegfried›-Vorstellung reisten alle ungarischen Gäste ab, bald folgten die österreichischen. Die Reihen im Zuschauerraum begannen sich zu lichten, oder man sah an Stelle der Auswärtigen Bayreuther Einwohner sitzen, bei denen jene logiert hatten. Noch immer nicht an Krieg glaubend, versuchten wir weiter zu spielen, bis wirklich die Kriegserklärung das Ende brachte.» Das Ende dauerte dann zehn Jahre, erst 1924 wurden die Festspiele neu eröffnet.
Als der deutsche Kaiser am 1. August in ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Essay, Seite 50
von Udo Bermbach
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