Statisch und stilisiert
Ferruccio Busonis Hauptwerk «Doktor Faust», eine der wichtigsten Opern aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts, wird noch immer selten gespielt. Das liegt nicht zuletzt an den Schwierigkeiten einer sinnlichen Realisierung der Partitur, die viele Einflüsse von Wagner über Puccini bis Mahler verarbeitet und deren ausgefeilte Kontrapunktik sich mit zahlreichen Fernchören und Bühnenmusik oft quasi oratorisch entfaltet.
Auf zwei Studioaufnahmen – aus dem Jahr 1969 unter Ferdinand Leitner mit Dietrich Fischer-Dieskau und William Cochran sowie unter Kent Nagano von 1999 mit Dietrich Henschel und Kim Begley als Faust und Mephistopheles – folgt nun als erste Veröffentlichung auf DVD die Zürcher Produktion unter Philippe Jordan von 2006.
Doch die Freude darüber, dass dieses Werk endlich als musikdramatisches Ganzes verfügbar ist, wird getrübt durch die allzu statische Inszenierung von Klaus Michael Grüber, deren Magie der Langsamkeit sich vielleicht im Theater vermittelt, kaum aber in Halbtotale und Nahaufnahme. Die Bildregie (Philipp Breisach) tritt die Flucht nach vorn an und versucht, so viel wie möglich von der Totale einzufangen: also vom riesigen Kabinett Fausts aus Nischen ...
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