Anrufung, Huldigung, Ermahnung
Die 26-jährige italienische Sopranistin Francesca Aspromonte, die sich in der Alte-Musik-Szene bereits einen Namen gemacht hat, legt mit dieser CD ihr Debütalbum vor und beeindruckt vom ersten bis zum letzten Ton. Sie besitzt eine warme, dunkel timbrierte Stimme von individueller Qualität, ist technisch versiert, singt mit gezügeltem, stets bewusst eingesetzten Vibrato, aber dennoch rundem Ton und ist als Muttersprachlerin der deklamatorischen Phrasierung des italienischen Frühbarock glänzend gewachsen.
Originell auch die Zusammenstellung ihres speziell auf den Opernprolog konzentrierten Programms – elf Musiknummern, die sich über das gesamte 17. Jahrhundert, von Giulio Caccini und Claudio Monteverdi bis zu Alessandro Scarlatti erstrecken.
Den Anfang machen «La Tragedia» und «La Musica», die allegorischen Verkörperungen des gesungenen Dramas in Caccinis «L’Euridice» bzw. Monteverdis «L’Orfeo». In weiteren Opern sind es die Musen, Götter wie Amor, Iris, Venus oder Tugenden, Städte und sogar Nationen wie La Gloria Austriaca mit ihrer Herrscherhuldigung an Kaiser Leopold I. in Pietro Antonio Cestis «Il Pomo d’oro», die sich mit Lob und Dank direkt an die adligen Auftraggeber wenden, ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Uwe Schweikert
Der sogenannte Dekabristenaufstand im Jahr 1825 ist noch heute ein wichtiges Symbol russischer Freiheitsliebe. Gleichwohl wurde die tragische Geschichte bisher nur einmal vertont: Juri Schaporins Oper «Die Dekabristen» erlebte, von systemtreuen Historikern strengstens «überwacht», 1953 ihre Premiere – als Hurra-Parade über die verhängnisvoll-folgenreichen...
Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds...
Na bitte, geht doch! Zwar nicht auf dem Hügel, wo es nach wie vor nur den zehn kanonisierten Musikdramen Wagners gilt. Auch nicht im frisch restaurierten Markgräflichen Opernhaus, dessen Nutzung der Denkmalschutz strikt reglementiert. Sondern in einem als Kulturbühne wiederbelebten alten Kinosaal («Reichshof») ein paar Schritte neben dem alten Schloss im Zentrum...
