Gestaute Zeit
Na bitte, geht doch! Zwar nicht auf dem Hügel, wo es nach wie vor nur den zehn kanonisierten Musikdramen Wagners gilt. Auch nicht im frisch restaurierten Markgräflichen Opernhaus, dessen Nutzung der Denkmalschutz strikt reglementiert. Sondern in einem als Kulturbühne wiederbelebten alten Kinosaal («Reichshof») ein paar Schritte neben dem alten Schloss im Zentrum der Stadt.
Dort also stieg am Vorabend der «Lohengrin»-Premiere die Uraufführung einer Märchen-«Oper» des Grazer Komponisten Klaus Lang: «Der verschwundene Hochzeiter» – ein Auftragswerk der Festspiele für das erstmals 2017 veranstaltete Begleitprogramm «Diskurs Bayreuth». Finanziert wurde das exakt 5373 Sekunden währende Stück von der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Lang verarbeitet darin die Geschichte eines jungen Mannes, der kurz nach seiner eigenen Hochzeit zum Fest eines fremden Bräutigams aufbricht. Auf dem Weg beobachtet er seltsame Dinge: magere Kühe auf saftiger Weide, fette Kühe auf kargem Grund, ein verschlossenes Häuschen voller Bienen. Schließlich erreicht er die Feier des Fremden. Der bedeutet ihm, er dürfe nicht länger tanzen, als die Musik spiele. Der Hochzeiter hält sich nicht an das Gebot und erfährt, ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 15
von Albrecht Thiemann
Es könnte ein Rekordjahr werden. Das Endergebnis stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe zwar noch aus, aber es würde uns nicht überraschen, wenn das tropische Langzeithoch im Juli und August auch die Besucherzahlen in unerreichte Höhen getrieben hätte. Spielt das Wetter mit, ist die Bregenzer Seebühne quasi ein Selbstläufer. Und mit «Carmen», der dritten...
59. Jahrgang, Nr 9/10
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JUBILARE
Die österreichische Mezzosopranistin Erika Wien studierte an der Wiener Musikhochschule bei Hans Duhan, Josef Witt, Wolfgang Steinbrück und Erik Werba. 1952 debütierte sie an der Wiener Volksoper, wechselte ein Jahr später ans Bremer Theater (1953-59) und anschließend an die Deutsche Oper am Rhein (1959-64). Von 1964-80 wurde das Opernhaus Zürich zu...
