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Von drei Versuchen, einen Goldesel auszunehmen: «Die Zauberflöte» in Heidelberg, Osnabrück und Hamburg

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Die Bühnenstatistik bestätigt der «Zauberflöte» Jahr für Jahr den Dauerbrenner-Status. Dabei ist das Stück mit seinem langen zweiten Aufzug gar nicht leicht zu inszenieren. Und was tun mit den Dialogen? Kürzen? Umschreiben? Aufpeppen? Damit Papagenos Mundart-Witze nicht zu matten Schenkelklopfern verkommen, braucht’s mindestens ein gutes Gespür für Timing. Schließlich: Den Theatern dient das Stück als Goldesel, es muss sich im Repertoire behaupten können – und trotzdem sollte mehr drin sein als ein nettes Märchen.

Heidelberg, Osnabrück und Hamburg haben die «Zauberflöte» jetzt neu aufgelegt, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – und ganz unterschiedlichem Erfolg.

In Heidelberg setzt Maximilian von Mayenburg auf den ewigen Zwist von Mann und Weib. Zwar erwähnt der Regisseur im Programmheft die antike Vorstellung vom «Kugelmenschen», in der Mitte entzweigeteilt und seither verzweifelt auf der Suche nach seiner besseren Hälfte. Die Spielfläche ist denn auch eine Halbkugel. Eine größere Rolle spielt allerdings ein alttestamentarischer Topos: die Vertreibung aus dem Paradies. Während der Ouvertüre sehen wir «Adam und Eva» noch in seliger Eintracht. Zärtlich schmust Sarastro mit der ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Wiebke Roloff

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