Zirkuslyrik
Am 5., 18., 25. Juni 2017 in Freiburg.
Eine Pastellszene der gehauchten, mehr angedeuteten als wirklich aufgetragenen Farben: Das würde ein zünftiges Intendantenbüro heutzutage nur dann ohne Schrammen passieren, wenn ein Regiekaliber vom Range eines – sagen wir: Patrice Chéreau darauf pochte. Eine Art Chéreau hatten die Freiburger indes nicht in der Hinterhand, als sie darangingen, Jules Massenets Aschenputtel-Variante «Cendrillon» aufzubereiten. Dennoch ist aller Ehren wert, was bei dem Unternehmen herauskam. Kurz vor Toresschluss ihrer elf Intendantinnenjahre legte Barbara Mundel ihre erste Inszenierung am Hause vor.
Ihr – auch hinterm Regietisch – zur Seite: Olga Motta, die Bühnen- und Kostümgestalterin.
Das Ergebnis ist eine kunterbunte Lösung, auf jeden Fall diskutabel. Wir sind im Zirkus. Die Szene dreht und dreht sich, und immer, wenn wir uns im Zickenhaushalt der Madame de la Haltière befinden, sehen wir uns wie durch ein Riesenschlüsselloch einer Bühne auf der Bühne gegenüber. Glitzer und Glimmer, wohin man schaut, im Umkreis um die hilfsbereite Fee zumal, auch wenn die Hochzeitskutsche ins Bild gerät. Und im Reich der bunten Glühbirnen auch mit einem soliden Kitsch-Koeffizienten. Allerdings und gottlob: Keine ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Heinz W. Koch
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