Zirkus für Gesangsvirtuosen
Die dritte Staffel historischer Aufführungen der Metropolitan Opera, von Sony preiswert, aber in billiger Aufmachung veröffentlicht, bestätigt den Eindruck, dass Oper an diesem Hause lange Zeit mehr mit Zirkus als mit Theater zu tun hatte. Die Musik scheint oft nur Anlass zu sein, Sänger glänzen zu lassen. Sie werden beim Auftritt mit in das Orchesterspiel hineinplatzendem Beifall empfangen und nicht nur nach ihren Arien, sondern auch nach jeder Fermate auf einem Spitzenton lauthals bejubelt.
Die Dirigenten – vor allem versierte Routiniers wie Fausto Cleva und Kurt Adler – sind oft nicht mehr als Steigbügelhalter für die Gesangsvirtuosen der Neuzeit. Und keiner weiß seine Narrenfreiheit schamloser auszunutzen als Franco Corelli, der in einem «Trovatore» von 1961 zur Freude des Auditoriums dem Affen kräftig Zucker gibt.
Ein Jahr später wurde er in Salzburg von Herbert von Karajan im gleichen Stück stärker an die Kandare genommen. Wie dort war auch in der New Yorker Aufführung Leontyne Price seine Partnerin, die damals noch am Anfang ihrer Weltkarriere stand. Sie hat die Leonora nicht weniger als dreimal im Studio aufgenommen und bietet auch hier – stimmlich frisch und glutvoll im ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 26
von Ekkehard Pluta
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Als Verdi das Attentat auf den schwedischen König Gustav III. aufgriff, hatte er die politische Sprengkraft eines Königsmords auf offener Bühne unterschätzt. Prompt lehnte die Zensur das Werk ab und bestand auf der Entschärfung des Librettos. So musste die Handlung notgedrungen ins nordamerikanische Boston verlegt werden, denn die Ermordung eines Gouverneurs im...
Endlich! Eine zwei CDs umfassende Sammlung mit Aufnahmen eines der feinsten lyrischen Baritone der Sechziger- und Siebzigerjahre: Barry McDaniel. Der 1930 in Kansas geborene Amerikaner gehört in das Molto-Triste-Kapitel über Sänger höchsten Ranges, denen der Weg ins Studio der großen Firmen aus wohlbekannten Gründen («Alles, was du bist, bist du nur durch...
