Der Musik den Vortritt

Aachen | Verdi: Un ballo in maschera

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Als Verdi das Attentat auf den schwedischen König Gustav III. aufgriff, hatte er die politische Sprengkraft eines Königsmords auf offener Bühne unterschätzt. Prompt lehnte die Zensur das Werk ab und bestand auf der Entschärfung des Librettos. So musste die Handlung notgedrungen ins nordamerikanische Boston verlegt werden, denn die Ermordung eines Gouverneurs im fernen Amerika war verkraftbar, nicht aber die eines europäischen Monarchen. In Aachen wird nun, wie heute allgemein üblich, das Werk wieder am ursprünglich vorgesehenen spätabsolutistischen Hof in Schweden verortet.



Michael Schmitz-Aufterbeck ist seit bald sieben Jahren Intendant in Aachen und inszeniert nun seinen ersten Verdi – nicht ganz freiwillig. Nachdem ihm nicht weniger als drei Regisseure abgesagt hatten, gab er schließlich der spontanen Idee nach, das im Spielplan vorgesehene Werk kurzerhand selbst zu inszenieren. Oliver Brendel hat einen hellen, bis auf wenige Versatzstücke leeren Holzkasten auf die Bühne gewuchtet, der mit zart verblassten Blättern bemalt ist, was als Verweis auf das schwedische Schloss Drottningholm gelesen werden kann, in dessen Theater besagter König Gustav III., der ein Freund der Musen und ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Regine Müller

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