Zerrissene überall

Mozart: Idomeneo
Zürich | Opernhaus

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«Idomeneo». Wer genug Jahre auf dem Buckel hat und damals dabei war, schaltet schnell: Zürich, 1. März 1980, der Coup in der Werkgeschichte. Nikolaus Harnoncourt dirigierte, Jean-Pierre Ponnelle visualisierte Mozarts Oper. Die Musik riss Abgründe auf. Das Wort «aufregend» ist keine Umschreibung für die elementare Wirkung. Die Interpretation legte den Grundstein für alles, was seither mit Mozart geschah. «Idomeneo», jetzt wieder in Zürich: eine Mozart-Erkundung, die der von einst am nächsten kommt.

Giovanni Antonini verantwortet sie am Pult von La Scintilla, dem hauseigenen Spezialorchester. Auch hier der explosive Auftakt mit Pauken- und Trompetenschall, der alle Feierlichkeit verscheucht, aber auch allen Pomp zugunsten der musikalischen Hochdramatik meidet. Vor allem ist dies eine Mozart-Auslegung der Zwischentöne, eine, die dem klingenden Ungestüm beträchtliche lyrische Kraft entgegensetzt – ein nervöses Musizieren im besten Wortsinn, hellwach und dem Sturm in den Herzen mit subtilen Mitteln zitternder Leidenschaft auf der Spur.

Ein betongrauer Bühnenkasten. So gut wie keine Requisiten, nichts zum Sich-Festhalten. Särge, auch solche für Kinder. Kurz nach dem Krieg. Ein ...

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Opernwelt März 2018
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Heinz W. Koch

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