Wundersame Belebung
Mut und echte Planungslust bewies der Verein Oper Schloss Hallwyl, als er sich für Bizets «La jolie Fille de Perth» entschied. Im Innenhof des schönsten Wasserschlosses der Schweiz im Aargauischen Seeland ist unter der Hand des Regisseurs Peter Schweiger und des musikalischen Leiters Douglas Bostock eine stimmungsvolle Produktion entstanden, die die stofflich etwas wirre und mit romantischen Motiven überfrachtete Geschichte um eine allseits begehrte Schönheit namens Kathrine Glover erzählt.
Das künstlerische Leitungsteam hat keine Mühe gescheut, die chaotische Quellenlage zu durchforsten und auf der Grundlage der Fassung von David Lloyd Jones von 1985 eine spielbare Version zu kreieren. Die eigens erstellte deutsche Übersetzung, die vor allem die zahlreichen Plattitüden der Librettisten auszumerzen versuchte, vermochte dagegen nicht so recht zu überzeugen. Viele der sprachlich «aktualisierten» Formulierungen fügten sich Bizets musikalischen Wendungen nur schwer. Zudem zeigt das Stück auch bei allem unumgänglichen Bearbeitungsaufwand dramaturgische Schwächen. Aber in Schweigers Regie, die mit feinem Humor ein Arbeitermilieu mit einer heutigen Fun-Gesellschaft konfrontierte, ...
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Herr Zednik, in einem Interview haben Sie einmal gesagt, Ihre Lieblingspartie sei Tristan.
Natürlich. Oder Otello. Oder Tannhäuser. Nur leider hat mir der liebe Gott die Stimme dafür nicht gegeben.
Welche der einhundertfünfzig verschiedenen Partien, die Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben, waren für Sie die wichtigsten?
Von der Potenz her waren es schon...
Sie stammte aus der Nähe von Posen und wurde 1915 geboren. 1938 debütierte Elisabeth Schwarzkopf am Deutschen Opernhaus in Berlin-Charlottenburg als Blumenmädchen im «Parsifal». Nachdem ihre Stimme zunächst falsch eingeschätzt wurde, fand sie in Maria Ivogün ihre wichtigste Lehrerin. Bereits während des Krieges machte sie zahlreiche Aufnahmen. 1946 begegnete sie...
Nikolaus Lehnhoff zählt zweifelsohne nicht zu jenem Typus des Opernregisseurs, der sein Heil in plakativen Gesten oder in schrillen Bildern sucht. Lehnhoff interessiert weniger die Außenseite der Figuren als vielmehr die – meist subkutan wirkenden – emotionalen Kräfte, die sie ins Glück oder ins Elend stürzen. Ausgangspunkt seines szenischen Denkens ist stets der...
