Wiener Opernfeste gestern und heute
Wie kein anderes hat sich das Label Orfeo des Wiener Staatsopernjubiläums angenommen. Von den sieben Opernpremieren des heißen Herbstes 1955 gibt es neben bereits existierenden kompletten Live-Mitschnitten nun zusätzlich Highlights auf drei CDs, wobei die bisher nicht auf CD erhältlichen Ausschnitte aus «Aida» (mit Leonie Rysanek und Hans Hopf unter Rafael Kubelik) besonderes Interesse beanspruchen dürfen. Die Jubiläums-Gala vom 5. November 2005 liegt als CD-Mitschnitt und (in anderer Programmanordnung) auf DVD (bei EuroArts) vor.
Letzteres wird besonders solche Musikfreunde interessieren, die nur die auf eine Stunde eingedampfte, von Aus- und Einblendungen verunstaltete Version des ZDF kennen. Attraktion des Abends war zweifellos die Mitwirkung von fünf Dirigier-Promis, wobei der mit Abstand am meisten bejubelte Christian Thielemann die «Meistersinger»-Ouvertüre behäbig-pompöser anlegte als andernorts. Was die Bühnenpräsenz angeht, kann es niemand mit Agnes Baltsa und Plácido Domingo aufnehmen, die die große Auseinandersetzung zwischen Amneris und Radames natürlich jenseits ihres stimmlichen Zenits gestalten, aber eben doch so, dass sie unter die Haut geht. Deborah Polaski ...
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Dvoráks zeitgleich mit Debussys «Pelléas et Mélisande» und Strauss’ «Salome» entstandene vorletzte Oper «Rusalka» ist wie die Opern der beiden jüngeren Komponisten ein Kind des musikalischen Fin de Siècle. Heinz Lukas-Kindermann verstärkt diese alptraumhaft verstörenden Züge in seiner Münsteraner Inszenierung und gibt dem Wunschtraum der von der schnöden...
Die Werkgeschichte von Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nach dem Roman von Grimmelshausen ist nicht ganz unkompliziert: Dem Werk von 1935/36 fügte Hartmann 1939 noch eine ausgedehnte Ouvertüre hinzu. Aber erst 1948 konnte unter dem ursprünglichen Titel «Des Simplicius Simplicissimus Jugend» im Bayerischen Rundfunk die konzertante Uraufführung...
In Frankfurt war jetzt die seinerzeit etwas unausgeglichen wirkende Amsterdamer Aufführung von Massenets «Werther» zu besichtigen. Willy Deckers Inszenierung in den Bühnenbildern Wolfgang Gussmanns wirkt dank einer sensiblen, einfühlsamen Personenregie (Willy Deckers Assistent Johannes Erath), eher lebendiger, konturierter und plastischer in den...
