Massenet: Werther
In Frankfurt war jetzt die seinerzeit etwas unausgeglichen wirkende Amsterdamer Aufführung von Massenets «Werther» zu besichtigen. Willy Deckers Inszenierung in den Bühnenbildern Wolfgang Gussmanns wirkt dank einer sensiblen, einfühlsamen Personenregie (Willy Deckers Assistent Johannes Erath), eher lebendiger, konturierter und plastischer in den Figurendarstellungen als in der Amsterdamer Erstinszenierung (siehe OW 3/96). Nachspielen muss also nicht immer zu leblos-schematischen Arrangements führen.
Man erlebt in Frankfurt eine völlig neue Besetzung, ein anderes Orchester und einen neuen Dirigenten. Konnte man in Amsterdam mit Susan Grahams Charlotte zuweilen den Eindruck gewinnen, die Oper hieße nach ihr, so trägt sie nun in Frankfurt ihren originalen Titel wieder zu Recht. Mit Piotr Beczala behauptet Werther seine führende Position: Leicht, fließend, wie beiläufig artikuliert und mit leicht nervig vibrierendem Klang strömt Beczalas Werther-Gesang dahin. Ein Singen voller Feuer, Leidenschaftlichkeit, tonschön und intensiv. Alfredo Kraus «atmete» die «Ossiade» vielleicht noch schwereloser, entmaterialisierter aus, aber Beczala befindet sich zweifellos auf dem Weg zum ...
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Heinrich Heine, am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren, am 17. Februar 1856 zu Paris gestorben. Neben Goethe vermutlich Deutschlands populärster Dichter. Zu Lebzeiten ein gefürchtetes Lästermaul und ein begnadeter Poet. Die Zahl der Vertonungen, die auf seine Texte zurückgehen, streift die Zehntausender-Marke. Er war für die Komponisten jedoch nicht nur...
Wien liebt, ehrt, achtet, pflegt seine große Musikvergangenheit. Sagt man. Liest man in Reiseführern. Gilt als communis opinio. Stimmt’s auch? Nach einer angemessenen Gedenkstätte für den wichtigsten aller Staatsoperndirektoren, für Gustav Mahler, kann man lange suchen. Eine mickrige Tafel an dem Haus, von dem aus er jahrelang zum Arbeitsplatz ging, um mit Alfred...
Die Bassariden», ließ Hans Werner Henze anlässlich einer von Gerd Albrecht geleiteten konzertanten Aufführung in Berlin vernehmen, deren Mitschnitt 1991 auf CD erschien, halte er im Rückblick für sein «wichtigstes Theaterwerk». Er verstehe sie aus der Distanz viel besser, liebe sie auch viel mehr als damals (1965/66), «als ich sie schrieb – hektisch und in einer...
